05.12.2025 – 08:39
Polizeipräsidium Mittelfranken
Seit Januar 2024 hat das Fachkommissariat der Erlanger Kriminalpolizei, in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, umfassende Ermittlungen gegen ein mutmaßliches Fälscher-Netzwerk eingeleitet. Diese Tatverdächtigen stehen im Verdacht, mit gefälschten Meisterbriefen Beute von sechstelliger Höhe gemacht zu haben. In der Zwischenzeit gelang es den Ermittlern, mehrere Personen zu identifizieren und festzunehmen.
Bereits im Jahr 2020 wurden der Handwerkskammer Oberfranken gefälschte Meisterbriefe aus Mittelfranken vorgelegt, die zur Eintragung in die Handwerksrolle dienen sollten. Ein Hinweis von der HWK Mittelfranken deckte den Betrug auf, was zur Anzeige bei der Polizei führte. Im Jahr 2021 führten die ersten Spuren zu Erlangen, wo ebenfalls vermehrt Anzeigen wegen gefälschter Sprachzertifikate und Meisterprüfungszeugnisse erstattet wurden.
Ermittlungen und Festnahmen
Die intensiven Ermittlungen führten zu einem 47-jährigen türkischen Tatverdächtigen. In einem ersten Gerichtsverfahren wurde er im April 2024 wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung in 48 Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nachdem im ganzen Bundesgebiet, besonders in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Berlin, neue Fälschungen in Umlauf gebracht wurden, fiel der Verdacht erneut auf diesen Mann und sein Netzwerk, einschließlich seiner 41-jährigen türkischen Lebensgefährtin.
Im November 2024 gründete die Kriminalpolizei Erlangen die Arbeitsgruppe „Fälschung“, um die steigenden Fälle zu bearbeiten. Eine bundesweite Durchsuchungsaktion, die im Januar 2025 stattfand, führte zur Sicherstellung umfangreicher Beweismittel und Fälschungen. Die Maßnahmen konzentrierten sich auf Erlangen, Nürnberg, dessen Umland und München.
Die Entdeckung eines Netzwerks
Vor der Verhaftung des 47-jährigen Hauptverdächtigen hatte dieser das Land verlassen, während Haftbefehle gegen seine Lebensgefährtin und einen mutmaßlichen Zwischenhändler vollstreckt wurden. Durch akribische Auswertungen der gesicherten Unterlagen konnten die Beamten eine Vielzahl von Straftaten nachweisen und ein umfassendes Netzwerk aufdecken. Die Täter stehen unter anderem im Verdacht, „Leben in Deutschland“-Zertifikate und Sprachzertifikate für die Einbürgerung gefälscht zu haben.
Die Käufer der Fälschungen haben teilweise fünfstellige Beträge gezahlt, um Prüfungen und den Nachweis von Deutschkenntnissen zu umgehen, was auf Gewinne in sechstelliger Höhe hindeutet.
Neueste Festnahme und rechtliche Konsequenzen
Am Montag, dem 24.11.2025, wurde ein 51-jähriger deutscher Zwischenhändler verhaftet. Er muss sich wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urkundenfälschung verantworten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der einen Untersuchungshaftbefehl erließ. Die Ermittlungen gegen das Netzwerk des 47-jährigen Hauptverdächtigen dauern weiterhin an.
Die Kriminalpolizei Erlangen weist klar darauf hin, dass der Kauf von Fälschungen bereits strafbar ist und dies auch gilt, wenn die Urkunden noch nicht verwendet wurden. Betreiber von Copy-Shops können Verdachtsfälle jederzeit der Polizei melden, insbesondere bei Druckaufträgen für Drittpersonen ohne Unterschrift.
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