Die Berliner Polizei hat ihre zweitägigen Durchsuchungsmaßnahmen im Fall der seit 2019 vermissten Rebecca Reusch in Brandenburg beendet. Die Ermittler sicherten Spuren auf zwei Grundstücken in Tauche und dem nahegelegenen Herzberg, deren Auswertung nun mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Ob die gefundenen Spuren im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Teenagerin stehen, ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Wichtige Erkenntnisse
- Umfangreiche Durchsuchungen auf zwei Grundstücken in Brandenburg abgeschlossen.
- Sicherung von Spuren, deren Auswertung Wochen dauern kann.
- Fokus liegt weiterhin auf einem pinkfarbenen Renault Twingo.
- Polizei bittet um Zurückhaltung von "Hobby-Ermittlern".
- 50 Hinweise nach neuem Zeugenaufruf eingegangen.
Neue Spurensuche in Brandenburg
Die Polizei Berlin führte am Montag und Dienstag intensive Suchmaßnahmen auf zwei Grundstücken im Landkreis Oder-Spree durch. Zum Einsatz kamen unter anderem Leichenspürhunde, Drohnen und ein Bodenradar. Diese erweiterten Nachforschungen wurden aufgrund neuer Erkenntnisse im Rahmen der seit Jahren andauernden Ermittlungen angeordnet. Die gesicherten Spuren werden nun von Spezialisten ausgewertet, was laut Polizei mehrere Wochen dauern könnte.
Der pinkfarbene Renault Twingo im Fokus
Ein zentraler Punkt der Ermittlungen bleibt ein pinkfarbener Renault Twingo, der der Familie gehört. Das Fahrzeug wurde am Tag von Rebeccas Verschwinden und am darauffolgenden Tag auf der Autobahn Richtung Polen registriert, auch in der Nähe des nun durchsuchten Gebiets. "Es wird davon ausgegangen, dass der Tatverdächtige die Leiche in diesem Pkw zumindest irgendwohin verbracht hat oder vorübergehend verbracht hat", erklärte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Petzold. Der 33-jährige Schwager von Rebecca, der bereits länger unter Tatverdacht steht, soll der Einzige gewesen sein, der Zugriff auf das Auto hatte. Das Fahrzeug war bereits früher durchsucht worden.
Zeugenaufruf und öffentliche Anteilnahme
Parallel zu den Durchsuchungen veröffentlichte die Polizei einen neuen Zeugenaufruf, der bisher 50 Hinweise generierte, denen nun nachgegangen wird. Der Fall der 15-jährigen Rebecca Reusch, die 2019 spurlos aus dem Haus von Familienangehörigen in Berlin-Neukölln verschwand, erregt seit Jahren großes öffentliches Interesse, befeuert auch durch den "True-Crime"-Boom. Die Polizei appelliert jedoch eindringlich an die Öffentlichkeit und insbesondere an "Hobby-Ermittler", die laufenden Ermittlungen nicht zu behindern und den Beamten ihre Arbeit machen zu lassen. Schaulustige hatten zuletzt die Durchsuchungen erschwert.