Fünf ostdeutsche Bundesländer haben vom 10. bis 14. November 2025 ihre erste gemeinsame Aktionswoche gegen sexualisierte Gewalt zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Die Sicherheitskooperation (SiKoop) der Landespolizeien von Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bündelte ihre Kräfte, um sowohl strafprozessuale als auch präventive Maßnahmen zu intensivieren. Angesichts eines besorgniserregenden Anstiegs von Kinderpornografie-Fällen in den letzten Jahren, auch unter Beteiligung von Minderjährigen, setzt diese Initiative ein starkes Zeichen im Kampf gegen sexuelle Ausbeutung.
Wichtige Erkenntnisse der Aktionswoche
- Die Zahl der Fälle von Kinderpornografie ist bundesweit auf einem Höchststand, in Thüringen stiegen sie in den letzten drei Jahren um fast 45%.
- Kinder und Jugendliche machen fast die Hälfte der Tatverdächtigen im Bereich Besitz und Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten aus.
- Die Aktionswoche umfasste 322 Durchsuchungsbeschlüsse in den beteiligten Bundesländern, davon 104 allein in Thüringen.
- Prävention und Aufklärung von Eltern und Kindern, bereits ab dem Grundschulalter, sind entscheidend.
Gemeinsame Anstrengungen gegen Kinderpornografie
Die Sicherheitskooperation (SiKoop) der ostdeutschen Bundesländer hat eine gemeinsame Aktionswoche gegen sexualisierte Gewalt zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Diese Initiative, die vom 10. bis 14. November 2025 stattfand, zielte darauf ab, der wachsenden Bedrohung durch Kinderpornografie entschieden entgegenzutreten. Die Fallzahlen in diesem Bereich sind bundesweit dramatisch gestiegen und haben sich in den letzten fünf Jahren nahezu verdreifacht. Allein in Thüringen verzeichnete die Polizei einen Anstieg von knapp 45% in den vergangenen drei Jahren.
Fokus auf Strafverfolgung und Prävention
Die Aktionswoche konzentrierte sich auf die konsequente Verfolgung von Straftaten und die Stärkung präventiver Maßnahmen. Ein besorgniserregender Aspekt ist, dass neben erwachsenen Tätern auch Kinder und Jugendliche einen erheblichen Anteil der Verdächtigen im Bereich des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten ausmachen. Oftmals geschieht dies aus Unachtsamkeit und ohne Bewusstsein für die strafrechtlichen Konsequenzen, insbesondere durch das Teilen von Inhalten in sozialen Medien.
Ergebnisse der Durchsuchungen
Im Rahmen der Aktionswoche wurden insgesamt 322 Durchsuchungsbeschlüsse in 325 Objekten mit 317 Beschuldigten umgesetzt. Allein in Thüringen wurden 104 Durchsuchungsbeschlüsse gegen 103 Beschuldigte vollstreckt, wobei Hunderte Beweismittel wie Laptops, Mobiltelefone und Speichermedien sichergestellt wurden. Das Landeskriminalamt Thüringen betonte, dass die Bekämpfung von Kinderpornografie eine zentrale Aufgabe sei und der Schutz der Kinder höchste Priorität habe.
Präventive Maßnahmen und Sensibilisierung
Die Thüringer Polizei nutzt verstärkt Social-Media-Kanäle, um über Phänomene wie Cybergrooming und Sextortion aufzuklären. Eltern und Erziehungsberechtigte werden ermutigt, offen mit Kindern über Gefahren im Netz zu sprechen, Passwörter und Privatsphäre-Einstellungen regelmäßig zu überprüfen und keine persönlichen Daten an Unbekannte weiterzugeben. Die SiKoop, gegründet im Jahr 2002 und seit 2015 durch Berlin komplettiert, dient dem Ausbau der länderübergreifenden polizeilichen Zusammenarbeit zur effektiven Bekämpfung schwerer Straftaten.