Am Donnerstag, den 29. Januar 2026, wurde ein älterer Herr aus Bovenden Opfer eines sogenannten „Schockanrufs“. Gegen 13:30 Uhr erhielt er einen anonymen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter der Polizei Berlin ausgab.
Der Anrufer informierte den Geschädigten darüber, dass seine Tochter in Berlin einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine schwangere Frau ums Leben gekommen sei. Zudem behauptete er, dass die Tochter sich unerlaubt vom Unfallort entfernt habe. Um die angebliche Freilassung der Tochter zu erreichen, forderte der Anrufer eine Kaution in sechsstelliger Höhe. Der Senior erklärte, dass er nur einen Teilbetrag in bar zur Verfügung habe, was der Täter akzeptierte.
Manipulation und Übergabe des Geldes
Im Verlauf des Gesprächs wurde dem Senior vorgegaukelt, er könne mit seiner Tochter sprechen. Tatsächlich hörte er jedoch nur das Weinen einer weiblichen Person sowie weitere Stimmen im Hintergrund, die den Eindruck eines polizeilichen Umfelds erweckten. Der Geschädigte wurde eindringlich angewiesen, bis zum Abschluss der angeblichen polizeilichen Maßnahmen niemanden zu kontaktieren. Als Übergabeort wurde das Gelände des Amtsgerichts Göttingen festgelegt.
Der Mann organisierte daraufhin das Bargeld und begab sich umgehend zum vereinbarten Treffpunkt. Er parkte sein Fahrzeug im Maschmühlenweg in der Nähe des Amtsgerichts. Nach kurzer Wartezeit näherte sich eine männliche Person dem Auto, klopfte an die Beifahrerscheibe und nahm nach einem kurzen Gespräch das Bargeld entgegen. Anschließend ging der Abholer zurück in Richtung des Gerichtsgebäudes.
Beschreibung des Abholers und Ermittlungen
Der „Abholer“ wird als männlich, etwa 35 bis 40 Jahre alt, circa 177 bis 180 Zentimeter groß, mit dunklen Haaren und dunklerer Hautfarbe beschrieben. Er sprach akzentfreies Hochdeutsch und trug dunkle Kleidung, jedoch keine Mütze oder Winterjacke.
Am Abend des gleichen Tages erkannte der Geschädigte den Betrug und informierte die Polizei. Die Ermittlungen sind derzeit im Gange. Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die am Donnerstag, den 29. Januar 2026, insbesondere zwischen 13:30 Uhr und 15:00 Uhr im Bereich des Maschmühlenwegs oder des Amtsgerichts in Göttingen verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Informationen zu der beschriebenen Person geben können, sich unter der Telefonnummer 0551/491-2115 zu melden.
Die Polizei warnt erneut vor sogenannten Schockanrufen und appelliert insbesondere an Angehörige und Nachbarn älterer Menschen, über diese Betrugsmasche aufzuklären. Im deutschen Rechtssystem gibt es keine Kautionszahlungen. Polizei, Staatsanwaltschaften oder Gerichte fordern niemals Geld- oder Wertübergaben per Telefon.
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