Zollfahnder haben in Nauen ein riesiges illegales Labor zur Herstellung synthetischer Drogen ausgehoben. Bei der Aktion wurden rund 400 Kilogramm der Partydrogen 3-CMC und 4-CMC sowie über 200.000 Euro Bargeld sichergestellt. Zwei mutmaßliche Täter, ein Pole und ein Ukrainer, wurden festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft.
Aufdeckung eines Großlabors
Im Auftrag der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Frankfurt (Oder) gelang dem Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg am 29. Oktober 2025 ein bedeutender Schlag gegen die Drogenkriminalität. In Nauen wurde ein illegales Labor zur Herstellung synthetischer Drogen ausgehoben, das als das größte seiner Art seit über 30 Jahren gilt. Zwei Personen wurden bei dem Einsatz festgenommen.
Umfangreiche Sicherstellungen und gefährliche Bedingungen
Bei der Durchsuchung einer rund 500 Quadratmeter großen Lagerhalle stießen die Einsatzkräfte auf große Mengen an Kanistern und offenen Wannen, gefüllt mit bislang unbekannten Chemikalien. Aufgrund der hohen Gefährdung durch austretende Dämpfe musste die Halle zunächst gesichert und die sofortige Begehung verschoben werden. Drei Beamte erlitten am ersten Einsatztag leichte Verätzungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden.
In den folgenden sechs Tagen wurde die Halle unter erschwerten Bedingungen geräumt. Hierbei unterstützten der Katastrophenschutz der freiwilligen Feuerwehren Havelland und Märkisch-Oderland, Chemiker des Bildungs- und Wissenschaftszentrums sowie Kräfte des Technischen Hilfswerks. Insgesamt zwölf Container waren für die Räumung notwendig, und ein Teil der Chemikalien musste durch eine spezialisierte Firma entsorgt werden. Sichergestellt wurden etwa 400 Kilogramm der synthetischen Drogen 3-CMC und 4-CMC sowie über 200.000 Euro Bargeld.
Festnahmen und Ermittlungsstand
Die beiden festgenommenen Tatverdächtigen, ein 41-jähriger polnischer Staatsbürger und ein 50-jähriger ukrainischer Staatsbürger, wurden am 30. Oktober 2025 dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an. Ihnen wird der dringende Verdacht der gemeinschaftlichen bandenmäßigen unerlaubten Herstellung und des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.
Der Einsatzleiter Henner Grote vom Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg bezeichnete das Labor als das größte, das er in seiner über 30-jährigen Karriere bei der Drogenfahndung gesehen habe. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern weiterhin an.
Wichtige Erkenntnisse
- Ein großes illegales Drogenlabor wurde in Nauen ausgehoben.
- Rund 400 kg synthetische Drogen (3-CMC und 4-CMC) wurden sichergestellt.
- Über 200.000 Euro Bargeld wurden beschlagnahmt.
- Zwei mutmaßliche Täter wurden festgenommen und sind in U-Haft.
- Die Bedingungen bei der Räumung waren gefährlich, drei Beamte erlitten Verätzungen.