Am Dienstagabend fand im Autobahntunnel Flughafen Tegel auf der A111 in Berlin-Reinickendorf eine großangelegte Notfallübung statt. Feuerwehr und die Autobahn GmbH probten gemeinsam das Szenario eines Tunnelbrandes, um die Abläufe für den Ernstfall zu optimieren und die Reaktionszeiten zu verkürzen. Ziel war es, die Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften und die Funktionalität der Tunnelausrüstung zu testen.
Wichtige Erkenntnisse der Übung
- Die Übung simulierte einen Brand mit dichtem, schwarzem Rauch unter Einsatz von Theaternebel.
- Elf Dummys wurden im gesperrten Tunnel platziert, um Verletzte darzustellen.
- Ein Übungsfahrzeug wurde in Brand gesetzt, um die Rauchentwicklung realistisch zu gestalten.
- Die Rettungszeit bis zur Evakuierung der ersten Dummys betrug fast 45 Minuten.
- Kleinere Mängel an der Tunnelbeleuchtung wurden identifiziert und sollen behoben werden.
Das Szenario eines Tunnelbrandes
Ein Tunnelbrand wird als eine der gefährlichsten Situationen auf Autobahnen eingestuft. Die Sprecher der Autobahn GmbH beschreiben das Szenario für Autofahrer als extrem bedrohlich: "Sie sind in einem Tunnel, es brennt. Sie werden in Panik geraten, Sie werden aus dem Auto springen und die Tür offenlassen. Sie werden tief atmen bei dichtem, dickem, schwarzem Rauch, weil Sie panisch sind." Eine schnelle Rauchgasvergiftung ist eine der größten Gefahren für die im Tunnel eingeschlossenen Personen.
Rettungseinsatz unter erschwerten Bedingungen
Die Feuerwehr rückt bei einem Brand zunächst in den Nebentunnel, die sogenannte "saubere Röhre", an, um eine Eigengefährdung zu vermeiden. Der eigentliche Rettungseinsatz findet dann in der "dreckigen Röhre" statt, wo die Sicht durch Rauch stark eingeschränkt ist. Die Länge des Tunnels und das Gewicht der Atemschutzgeräte erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte zusätzlich. Unterstützt werden sie dabei von den Lüftungsanlagen, Boden- und Seitenwandleuchten sowie der Tunnelleitzentrale über die Sprechanlage.
Wettlauf gegen die Zeit und technische Überprüfung
Im Idealfall sollte die Feuerwehr innerhalb von 20 Minuten mit der Rettung beginnen können. Bei dieser Übung dauerte es jedoch fast 45 Minuten, bis die ersten Dummys aus dem Tunnel transportiert wurden. Nach vier Stunden wurde die Übung beendet. Die Autobahn GmbH zeigte sich zufrieden, da der Großteil der Tunneltechnik funktionierte. Einige nicht korrekt leuchtende Lampen wurden festgestellt und werden repariert. Ein Austausch der Notfalltüren ist für das kommende Jahr geplant.
Verhalten im Ernstfall
Autobahn-Sprecher Ralph Brodel betont die Wichtigkeit des richtigen Verhaltens im Brandfall: "Das Wichtigste ist und bleibt: Ruhe bewahren." Autofahrer sollten den Notruf betätigen, geordnet ihre Autos verlassen und die Türen schließen. Anschließend sollen sie den Markierungen zu den Notausgängen folgen und dabei ruhig atmen.