Im Zuge der gewalttätigen Vorfälle beim Zweitliga-Topspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 beabsichtigt die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) zeitnah einen Dialog mit der Vereinsführung von Hertha sowie der Polizei aufzunehmen. In der Mitte der Woche wird sie mit Klub-Geschäftsführer Peter Görlich und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel zusammentreffen, wie Spranger am Montag mitteilte.
Spranger erklärte: „Die Vorkommnisse während des Spiels Hertha BSC gegen FC Schalke 04 müssen aufgeklärt werden.“ Sie betonte, dass Berlin ein sportbegeisterter und rechtstaatlicher Ort sei. „Fußball lebt von Leidenschaft, nicht von Gewalt“, äußerte die Innensenatorin in ihrem Statement.
Polizeieinsatz und Verletzte
Zu den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Samstag kam es zwischen Anhängern des Berliner Vereins und der Polizei, wobei nach bisherigen Angaben 21 Beamte und 31 Fans im Stadionumlauf verletzt wurden. Die Polizei nahm fünf Fans fest. Anschließend beschuldigten sich Polizei und Fan-Vertreter gegenseitig, Provokationen und übertriebene Gewalt angewendet zu haben. Auch Vorwürfe von Schalker Fan-Vertretern gegen die Berliner Polizei wurden laut.
Im Internet sind zahlreiche Videos aufgetaucht, die mutmaßliche Polizeigewalt dokumentieren. Die Führung von Hertha verurteilte nach einer Krisensitzung die Gewalt, kritisierte aber auch das Vorgehen der Sicherheitskräfte. In einer Stellungnahme wurde ein Dialog zwischen allen Beteiligten gefordert, dem Spranger nun nachkommt.
Unklarheit bei Fanvertretern
Ob auch Vertreter der organisierten Fan-Szene in den Dialog einbezogen werden, ist vorerst unklar. Am Montag berichtete die Hertha-Fanhilfe, dass auch Angestellte des Vereins während des Polizeieinsatzes im Umlauf des Olympiastadions am Osttor verletzt wurden. Bislang liegt keine Bestätigung des Klubs hierzu vor.
Das nächste Heimspiel von Hertha findet am Sonntag, dem 1. Februar, gegen Darmstadt 98 statt.
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