Brandenburg gilt als das Bundesland der Schlösser und Burgen. Doch auch in etwas weiterer Entfernung gibt es beeindruckende Festungen zu entdecken. Für einen ausgedehnten Tagesausflug von Berlin aus empfiehlt sich ein Besuch der Burg Stargard in Mecklenburg-Vorpommern. Diese als nördlichste Höhenburg Deutschlands bekannte Anlage ist ein faszinierendes Beispiel mittelalterlicher Baukunst. Über Jahrhunderte diente sie als Residenz der Herzöge von Mecklenburg-Stargard und hat sich mittlerweile zu einem beliebten Ziel für Ausflügler entwickelt.
Eine tausendjährige Geschichte
Bereits 3000 vor Christus war der Burgberg bewohnt, auch wenn zu dieser Zeit noch keine Festung existierte. Später, als slawische Stämme in die Region kamen, entdeckten sie die Überreste einer früheren Siedlung und nannten den Ort „Stari Gard“, was so viel wie alte Burg bedeutet.
Im 12. Jahrhundert eroberten christliche Fürsten das Gebiet. 1236 wurde die Burg Stargard errichtet, und bald darauf erhielt der Ort den Status einer Stadt. Hier blühte das mittelalterliche Leben auf. Diese Blütezeit endete jedoch im Dreißigjährigen Krieg, als die Burg stark beschädigt wurde und 1646 nach einem Blitzeinschlag ausbrannte.
Nach dem Wiederaufbau blieb die Burg Sitz des Verwaltungsamtes und wurde während des Zweiten Weltkriegs als Jugendherberge genutzt. Ab 1990 begann die umfassende Restaurierung, die zur heutigen Form der Burg führte. Besucher können nun insgesamt elf Gebäude besichtigen.
Feiern wie im Mittelalter
Das zentrale Element der weitläufigen Anlage ist der begehbare Bergfried, von dem aus sich ein weiter Blick über das Stargarder Land bietet. Im ehemaligen Kanzleigebäude befindet sich das Burgmuseum, das Einblicke in das Leben der Ritter und die strategische Bedeutung der Festung gewährt. Ein besonderes Highlight ist der historische Burggarten, der als seltener Kräuter- und Lehrgarten angelegt wurde und das Wissen über mittelalterliche Nutzpflanzen bewahrt.
Die Burg ist heute vor allem für ihre lebendige Veranstaltungskultur bekannt. Jedes Jahr im August verwandelt sich das Gelände beim großen Burgfest in eine mittelalterliche Kulisse mit Ritterturnieren, Markttreiben und Handwerksvorführungen, die Tausende von Besuchern anziehen. Dies ist ein absolutes Muss für Geschichtsinteressierte! Zudem besteht seit neuestem die Möglichkeit, hier im historischen Gewand zu heiraten. Eine Schneiderei bietet passende ritterliche Kostüme an.
Ein weiterer spannender Ort ist nur eine Stunde von Berlin entfernt: eine der am besten erhaltenen Mittelalterburgen Brandenburgs, die auf einem 153 Meter hohen Felsen thront.
Bildquelle: G.Hoelzel via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)