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Finanzielle Vorsorge für den Ruhestand: Strategien für verschiedene Lebensphasen

Die Bundesregierung hat die private Altersvorsorge reformiert. Erfahren Sie, wie viel Sie in den verschiedenen Lebensphasen für eine sorgenfreie Rente ansparen sollten und welche Strategien dabei helfen.

Finanzielle Vorsorge für den Ruhestand: Strategien für verschiedene Lebensphasen
Willfried Wende auf Pexels

Die Bundesregierung hat eine Reform der privaten Altersvorsorge in Deutschland beschlossen. Doch wie viel Geld sollte man tatsächlich für den Ruhestand ansparen? Die Antwort hängt stark davon ab, wann man mit dem Sparen beginnt.

Eine zentrale Frage, die viele Menschen beschäftigt, ist: Werde ich im Alter finanziell abgesichert sein? Die finanzielle Sicherheit ist entscheidend, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand aufrechterhalten zu können.

Wer auf die gesetzliche Rente angewiesen ist, sollte sich bewusst sein, dass diese in der Regel nicht ausreicht. Im Durchschnitt erhalten Rentnerinnen und Rentner monatlich 1.100 Euro. Diese Summe ist für viele nicht ausreichend, weshalb in Deutschland die Altersvorsorge auf einem Drei-Säulen-Modell basiert: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Altersvorsorge.

Die Reform der privaten Altersvorsorge

Ende März wurde die dritte Säule, die private Altersvorsorge, reformiert. Künftig haben Sparer die Möglichkeit, ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot zu eröffnen, um Geld für die Rente am Kapitalmarkt anzulegen. Wer einen breit diversifizierten ETF-Sparplan für die Altersvorsorge einrichtet, kann mit einer höheren Rendite rechnen als bei einem herkömmlichen Sparplan auf einem Fest- oder Tagesgeldkonto.

Monatliche Sparbeträge für verschiedene Altersgruppen

Wie viel Geld sollte man monatlich sparen, um im Alter gut versorgt zu sein? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie stark von der individuellen Situation abhängt. Dennoch gibt es einige Richtlinien, die als Orientierung dienen können. Der Onlinebroker Freedom24 hat Empfehlungen für verschiedene Altersgruppen erarbeitet, basierend auf einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren und einer erwarteten Jahresrendite von sieben Prozent.

Für 20- bis 30-Jährige

Diese Altersgruppe hat in der Regel ein geringeres Einkommen, aber auch viel Zeit bis zur Rente. Daher können sie Börsenschwankungen besser verkraften. Dominik Mayr, Manager bei Freedom24, empfiehlt, in Aktien-ETFs zu investieren. „Selbst 100 bis 200 Euro pro Monat, die im Alter von 22 Jahren angelegt werden, können bei einer jährlichen Rendite von sieben Prozent bis zum 65. Lebensjahr auf 47.000 bis 94.000 Euro anwachsen“, erklärt er.

Für 30- bis 40-Jährige

In dieser Lebensphase steigt das Einkommen, jedoch auch die Ausgaben durch Familiengründung und Immobilienkäufe. Neben ETFs können auch Anleihen für diese Altersgruppe interessant sein. „Die selbstgenutzte Immobilie ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge“, so Mayr. Daher sollte der Fokus zunächst auf der Abzahlung von Hypotheken liegen, bevor größere Beträge für die Altersvorsorge gespart werden. Dennoch sollten 300 bis 500 Euro pro Monat als Mindestbetrag für den Aufbau von Rentenkapital eingeplant werden.

Für 40- bis 50-Jährige

In dieser Lebensphase erreichen viele Menschen ihren beruflichen Höhepunkt und damit auch das höchste Gehalt. Wenn andere finanzielle Verpflichtungen wie Immobilienkredite bereits abbezahlt sind, empfiehlt es sich, eine aggressive Sparquote zu verfolgen. „Das ist die effektivste Phase für einen beschleunigten Vermögensaufbau, insbesondere wenn in den Vorjahren nicht ausreichend gespart wurde. Hier sollten 70 bis 80 Prozent in Aktien investiert werden, wobei 600 bis 800 Euro monatlich das Minimum darstellen“, so Mayr. Auch Boni und Erbschaften sollten in die Altersvorsorge einfließen.

Die Rentenlücke berechnen

Wer früh mit dem Sparen beginnt, muss später weniger nachholen. Ab 50 Jahren sollten Sparer jedoch ernsthaft überlegen, wie viel Geld sie bis zur Rente benötigen. Eine Faustregel besagt, dass das Gesamtkapital dem 25-Fachen der jährlichen Ausgaben entsprechen sollte. Dabei ist es wichtig, auch die erwartete Rentenhöhe zu berücksichtigen, die im jährlichen Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung oder online in der digitalen Rentenübersicht eingesehen werden kann.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung

Eine Person, die in einer selbstgenutzten Immobilie lebt und keine Mietkosten hat, erwartet eine Rentenhöhe von 1.200 Euro netto pro Monat. Um den aktuellen Lebensstandard zu halten, wären jedoch 2.500 Euro pro Monat erforderlich. Die Rentenlücke beträgt somit 1.300 Euro monatlich, was 15.600 Euro jährlich entspricht. Das 25-Fache dieser Summe ergibt 390.000 Euro. Dieses Kapital sollte bis zum Renteneintritt aufgebaut werden.

Wer bereits andere Altersvorsorge-Elemente wie betriebliche Renten hat, kann auch mit einem geringeren Betrag kalkulieren.

Bildquelle: Willfried Wende auf Pexels

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