Was erwartet uns in der anrollenden Grippesaison? Derzeit nehmen die Grippefälle zu, während ein neuer, mutierter Influenza-Virus-Stamm das Infektionsgeschehen beeinflusst.
Beginn der Grippesaison
In Deutschland steht der Beginn der saisonalen Grippewelle noch bevor, während in Großbritannien bereits Ende September die ersten Fälle gemeldet wurden. Die World Health Organisation (WHO) stellt fest, dass die europäische Grippesaison etwa vier Wochen früher als gewohnt begonnen hat, was jedoch nicht als ungewöhnlich gilt.
Den Ergebnissen der Risikobewertung der EU-Gesundheitsbehörde zufolge, ist die neu aufgetauchte Influenzavariante A(H3N2) der Subklade K ein wesentlicher Faktor für die Virusverbreitung in Europa.
Aktuelle Atemwegserkrankungen in Deutschland
Wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet, leiden in Deutschland derzeit etwa 8.400 Menschen pro 100.000 Einwohner an akuten respiratorischen Atemwegserkrankungen (ARE). Dies entspricht ungefähr sieben Millionen Menschen. Die Zahlen bewegen sich auf einem hohen, jedoch nicht unüblichen Niveau, da in diese Statistik auch andere Atemwegserkrankungen wie einfache Erkältungen und grippale Infekte einfließen.
Für Berlin vermeldet das Lageso in der 47. Kalenderwoche 51 Influenza-Fälle, was auf ein niedriges Influenza-Aktivitätsniveau hindeutet. Zudem wurden 224 COVID-19-Fälle und 13 RSV-Infektionen in dieser Woche gemeldet.
Influenza-Saison 2024/25
In Brandenburg sind in der 48. Kalenderwoche 74 Influenza-Fälle registriert worden, wie aus dem Influenza-Bericht hervorgeht. Zudem zirkulieren derzeit vor allem Rhinoviren (24 Prozent), SARS-CoV-2 (12 Prozent) und Influenza-Viren (9 Prozent) in Deutschland.
Die Zahlen der nachgewiesenen Influenza-Viren haben im Vergleich zum Herbstbeginn zugenommen. Ein Anteil von über 10 Prozent Influenza-Viren gilt als Beginn der Grippe-Saison.
Neue Influenza-Subklade K
Aktuelle Studien zeigen, dass der neue Influenza-Subtyp H3N2-K ansteckender ist als bereits bekannte Stämme. In Australien waren vor allem Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren betroffen. Forschungen deuten darauf hin, dass in Deutschland die Fallzahlen um etwa 20 Prozent im Vergleich zu einer durchschnittlichen Grippewelle steigen könnten.
Obwohl es momentan keine Hinweise darauf gibt, dass die Subklade K gefährlicher ist als andere Grippe-Stämme, bleibt die Grippeimpfung eine wichtige Präventionsmaßnahme.
Testmöglichkeiten und Impfempfehlungen
Ein Arzt kann die sicherste Diagnose durch einen PCR-Test stellen, während Antigen-Schnelltests zur Verfügung stehen, um verschiedene Erreger zu identifizieren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Grippeimpfung für gefährdete Gruppen, insbesondere für Personen ab 60 Jahren und medizinisches Personal. Der optimale Zeitraum für die Impfung liegt zwischen Oktober und Mitte Dezember.
Falls dieser Zeitraum verpasst wurde, kann die Impfung jedoch auch zu einem späteren Zeitpunkt während der Grippewelle sinnvoll sein.
Präventionsmaßnahmen
Um sich vor Grippe und Atemwegserkrankungen zu schützen, wird die Impfung als wichtigste Maßnahme angesehen. Weitere Empfehlungen beinhalten häufiges Händewaschen, regelmäßiges Lüften und das Vermeiden von Kontakt zu Erkrankten.
Menschen, die nach drei Tagen der Symptome keine Besserung feststellen, sollten einen Arzt aufsuchen.
Die Informationen stammen aus der Sendung rbb|24 vom 02.12.2025.