29 Prozent erhöhtes Risiko für Herzschwäche: Eine neue Studie zeigt, dass nächtliche Lichtbelastung ernsthafte Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben kann.
Studie belegt Herzschäden durch nächtliches Licht
Künstliche Beleuchtung in der Nacht hat weitreichende Folgen für die Herzgesundheit, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Menschen, die während der Nacht intensiverem Licht ausgesetzt sind, zeigen signifikante Veränderungen in der Struktur und Funktion ihres Herzens. Die Studie, die im European Heart Journal veröffentlicht wurde, belegt, dass eine erhöhte nächtliche Lichtbelastung mit einer Verdickung der Herzwand und einer Vergrößerung der linken Herzkammer einhergeht.
Forschungsmethodik und Ergebnisse
Das Forschungsteam um Lu Qi von der Tulane University in New Orleans analysierte Daten von über 11.000 Teilnehmern der britischen Langzeitdatenbank UK Biobank. Die Probanden, im Durchschnitt 61 Jahre alt, trugen eine Woche lang ein Gerät, das die Lichtintensität erfasste. Nach etwa drei Jahren wurden ihre Herzen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht.
Die Studie definierte die Nacht als die fünf Stunden, in denen die Teilnehmer am wenigsten aktiv waren. Dabei wurden Personen mit einer nächtlichen Lichtexposition von mehr als drei Lux mit jenen verglichen, die nahezu keinem Licht ausgesetzt waren.
Zusammenhang zwischen Licht und Herzgesundheit
Die Ergebnisse zeigen, dass die Masse der linken Herzkammer bei der Gruppe mit der höchsten nächtlichen Lichtbelastung um 2,4 Prozent größer war als bei den weniger exponierten Personen. Zudem war die mittlere Wanddicke um 1,5 Prozent erhöht, während die myokardiale Kontraktionsfraktion, ein Maß für die Effizienz des Herzmuskels, um 1,9 Prozent niedriger lag. Auch die Verformung des Herzmuskels während des Herzschlags war verringert.
Langfristige Gesundheitsrisiken
Zusätzlich untersuchten die Forscher in einer weiteren Analyse Daten von rund 73.000 Menschen und fanden heraus, dass die Gruppe mit der höchsten Lichtbelastung ein erhöhtes Risiko für verschiedene Herzkrankheiten aufwies. Das Risiko für Herzschwäche stieg um 29 Prozent, für Vorhofflimmern um 15 Prozent, für Herzinfarkt um 24 Prozent, für Schlaganfall um 33 Prozent und für einen tödlichen Verlauf aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 26 Prozent.
Einfluss von Licht auf den Körper
Die Forscher führen den Zusammenhang zwischen nächtlichem Licht und Herzschäden auf die Beeinflussung der biologischen Uhr durch Licht auf der Netzhaut zurück. Dies kann zu einer verminderten Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin führen und Stresssysteme aktivieren. Die Folgen sind oft kürzerer oder gestörter Schlaf, Veränderungen im autonomen Nervensystem, Entzündungsprozesse und eine erhöhte Belastung für Herz und Gefäße.
Empfehlungen zur Reduzierung der Lichtbelastung
Die Autoren der Studie empfehlen einfache Maßnahmen zur Reduzierung der nächtlichen Lichtbelastung. Dazu gehören:
- Abgedunkelte Schlafzimmer
- Gedimmtes und warmfarbiges Licht am Abend
- Abdecken kleiner Leuchtdioden an Elektrogeräten
Städte könnten durch den Einsatz von abgeschirmten Leuchten, wärmeren Lichtfarben sowie bedarfsgerechter Dimmung oder Bewegungsmeldern die nächtliche Lichtbelastung verringern.
Wachsende Lichtemissionen weltweit
Die Studie weist auch darauf hin, dass die künstliche Beleuchtung auf der Erde in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Zwischen Anfang 2014 und Ende 2022 stiegen die Lichtemissionen um 16 Prozent, während die Weltbevölkerung nur um etwa 10 Prozent wuchs.
Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen die Notwendigkeit, künstliches Licht in der Nacht als veränderbaren Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu betrachten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Quellen: n-tv
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.