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Klimaforscher revidieren drastisches Katastrophenszenario RCP8.5

Klimaforscher revidieren das einst gefürchtete RCP8.5-Szenario, das eine drastische globale Erwärmung prognostizierte. Viele Experten halten es für unrealistisch, während mildere Szenarien an Bedeutung gewinnen.

Klimaforscher revidieren drastisches Katastrophenszenario RCP8.5
KI-generiert

Das als extrem geltende Klimaszenario RCP8.5, das über Jahre hinweg als Warnsignal für die zukünftigen Klimafolgen diente, wird von vielen Experten als unrealistisch eingestuft. Dieses Szenario, das eine drastische Erhöhung der globalen Temperaturen und massive Umweltschäden prognostiziert, wird nun in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zunehmend in Frage gestellt.

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RCP8.5: Ein überholtes Szenario?

Das RCP8.5-Szenario, das eine dramatische Zunahme der Treibhausgasemissionen und eine Erwärmung der Erde um bis zu 4 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts beschreibt, wurde lange Zeit als eines der wahrscheinlichsten Szenarien angesehen. Es prognostiziert eine CO₂-Konzentration von 1400 ppm, während der aktuelle Wert bei etwa 420 ppm liegt. Um dieses Szenario zu erreichen, müsste die Menschheit jährlich zwei bis drei ppm CO₂ hinzufügen, was als pessimistisch gilt.

Wissenschaftliche Kritik an RCP8.5

In einem neuen Bericht des World Climate Research Programme (WCRP) wird RCP8.5 nicht mehr berücksichtigt. Stattdessen setzen Forscher auf realistischere Annahmen.

„RCP8.5 ist unplausibel“,

erklärte der Klimaforscher Detlef van Vuuren, der bereits frühzeitig auf die falsche Darstellung des Szenarios hinwies.

Die Annahmen hinter RCP8.5

  • Erfordert eine massive Ausweitung fossiler Brennstoffe, insbesondere Kohle.
  • Setzt voraus, dass täglich mehr als ein Kohlekraftwerk gebaut wird.
  • Prognostiziert eine Verfünffachung der Kohlenutzung und eine Verdopplung des jährlichen CO₂-Ausstoßes.

Aktuelle Trends zeigen jedoch, dass die globalen CO₂-Emissionen seit einem Jahrzehnt kaum steigen und sich auf einem Niveau von etwa 40 Milliarden Tonnen pro Jahr stabilisieren.

Ein Umdenken in der Klimaforschung

Die Entscheidung, RCP8.5 nicht mehr zu verwenden, ist nicht überraschend. Bereits 2014 wies der Klimawissenschaftler Justin Ritchie darauf hin, dass das Szenario auf systematischen Fehlern basiere und keine realistischen Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Kohlenutzung mache.

„Das Szenario war nie realistisch“,

so Ritchie.

Folgen der Abschaffung von RCP8.5

Trotz der Abkehr von RCP8.5 bleibt die Gefahr einer globalen Erwärmung von über 3 Grad Celsius bestehen. Der Szenarienforscher Zeke Hausfather betont, dass auch die neuen Szenarien mit erheblichen Klimarisiken verbunden sind.

„Die Erwärmung wird weiterhin zu extremen Wetterereignissen führen“,

warnte er.

Die Rolle von RCP8.5 in der politischen Diskussion

Trotz der wissenschaftlichen Neubewertung wird RCP8.5 weiterhin in politischen Diskussionen verwendet. Eine Studie des Prognos-Instituts, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde, beschreibt die Risiken für die Arbeitswelt in Deutschland und stützt sich dabei auf das RCP8.5-Szenario.

„Das RCP8.5-Szenario bildet die aktuelle Klimaentwicklung am treffendsten ab“,

heißt es in der Studie.

Ausblick auf zukünftige Szenarien

Das neue Extremszenario der Klimaforschung, bekannt als „CMIP7 High“, prognostiziert bis 2100 eine CO₂-Konzentration von etwa 830 ppm. Dennoch wird es Jahre dauern, bis die Klimaforschung die Auswirkungen auf die neuen Szenarien umrechnet. Der nächste UN-Klimabericht wird in zwei Jahren erwartet, und es ist möglich, dass RCP8.5 weiterhin als Referenz herangezogen wird.

Die Diskussion um RCP8.5 zeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Annahmen regelmäßig zu überprüfen und anzupassen, um eine realistische Grundlage für politische Entscheidungen zu schaffen.


Quellen: Bild, vereinwir

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