Die Frage, ob gelegentliche Vergesslichkeit auf ein schlechtes Gedächtnis oder auf Unaufmerksamkeit zurückzuführen ist, beschäftigt viele Menschen. Um die mentale Fitness zu verbessern, können drei spezifische Gewohnheiten von besonderem Nutzen sein.
Der Neurowissenschaftler Charan Ranganath betont, dass das menschliche Gehirn nicht dafür ausgelegt ist, jede Information dauerhaft zu speichern. Besonders Namen von Personen, die nur flüchtig getroffen wurden, geraten häufig schnell in Vergessenheit, was als normal gilt.
Viele Menschen haben das Erlebnis, dass der Autoschlüssel plötzlich nicht mehr auffindbar ist oder ein Name nicht mehr einfällt. In solchen Momenten wird oft darüber nachgedacht, ob es sich um gewöhnliche Vergesslichkeit handelt oder ob möglicherweise eine ernsthafte Störung vorliegt.
Wie das Gedächtnis funktioniert
Das Gedächtnis fungiert als intelligenter Filter, der bevorzugt Informationen speichert, die im Alltag von Bedeutung sind. Diese Informationen sind häufig entscheidend für Entscheidungen, Orientierung oder Kommunikation. Das Vergessen anderer Informationen ist kein Mangel, sondern eine effiziente Funktion des Gehirns.
Die Rolle des präfrontalen Cortex
Ein zentraler Bereich für das Gedächtnis ist der präfrontale Cortex. Dieser wird aktiv, wenn es darum geht, zu planen, Prioritäten zu setzen oder komplexe Aufgaben zu bewältigen. Er unterstützt die Erinnerung an Dinge, die für das tägliche Leben wichtig sind.
Aktives Gedächtnistraining
Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des präfrontalen Cortex ab. Auch Faktoren wie Stress, Multitasking und Schlafmangel können die Merkfähigkeit negativ beeinflussen. Positiv ist jedoch, dass das Gedächtnis gezielt trainiert werden kann, um die Merkfähigkeit zu steigern.
Charan Ranganath empfiehlt verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung des Gedächtnisses: Regelmäßige körperliche Aktivität, Achtsamkeitstechniken wie Meditation und das bewusste Minimieren von Ablenkungen, etwa durch das Deaktivieren von Benachrichtigungen auf E-Mail oder Messenger.
Vielfalt als Gedächtnisförderer
Zusätzlich zu diesen Strategien spielt Abwechslung eine entscheidende Rolle für die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen fördern die geistige Flexibilität und tragen dazu bei, das Gedächtnis langfristig fit zu halten.
Ranganath empfiehlt, gewohnte Muster regelmäßig zu durchbrechen. Dazu gehört, neue Orte zu besuchen, sich mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen auszutauschen und sich auf ungewohnte Perspektiven einzulassen. Diese Vielfalt an Eindrücken wirkt wie ein Update für das Gehirn und unterstützt die Anpassungsfähigkeit an neue Situationen sowie die geistige Beweglichkeit.
Quellen: Focus, artgerecht