Im Kongo hat sich die Ebola-Epidemie weiter ausgebreitet, wobei bereits Hunderte von Menschenleben verloren gingen. In diesem alarmierenden Kontext wurde ein US-Bürger, der mit dem Virus infiziert ist, in der Nacht auf Montag nach Deutschland evakuiert. Der Patient landete am Frankfurter Flughafen und wurde umgehend in die Universitätsklinik transportiert, wie ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit bestätigte.
Die CDC, die Gesundheitsbehörde der USA, hielt sich zunächst mit Informationen über das Alter oder Geschlecht des Patienten zurück. Es wurde jedoch bekannt, dass der Betroffene für eine humanitäre Organisation im Kongo tätig war und positiv auf die Bundibugyo-Variante des Virus getestet wurde. Die Universitätsklinik Frankfurt berichtete, dass der Patient „entsprechende Symptome“ aufweist.
Übertragung und Behandlung von Ebola
Ebola ist eine extrem ansteckende und potenziell tödliche Krankheit, die durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen wird. Der aktuelle Ausbruch im Kongo gestaltet sich als besonders herausfordernd, da es bislang weder einen Impfstoff noch eine spezifische Therapie für die Bundibugyo-Variante gibt. Normalerweise werden für den Transport von Ebola-Patienten spezielle Flugzeuge organisiert, und in Deutschland erfolgt die Behandlung in isolierten Sonderstationen, um das Ansteckungsrisiko für andere Patienten sowie die Bevölkerung zu minimieren.
Das Bundesministerium für Gesundheit hat betont, dass von diesem Fall keine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Die Frankfurter Universitätsklinik bringt Erfahrung im Umgang mit Ebola-Patienten mit, da sie bereits 2014 einen belgischen Kinderarzt behandelte, der erfolgreich genesen konnte.
Vorangegangene Ebola-Fälle in Deutschland
Der US-Bürger, der nun behandelt wird, ist bereits der zweite Amerikaner in kurzer Zeit, der aufgrund einer Ebola-Infektion in Deutschland behandelt wird. Zuvor wurde am 20. Mai ein US-Arzt in der Charité in Berlin aufgenommen; sein Zustand galt zeitweise als kritisch. Am 6. Juni konnte er die Klinik symptomfrei verlassen, was als großer Erfolg gewertet wurde. Die Charité hebt hervor, dass ihre Sonderisolierstation eine wesentliche Rolle bei der Behandlung hochpathogener Infektionen spielt.
Inzwischen sind im Kongo rund 650 Ebola-Todesfälle bestätigt, und die Zahl der Infizierten beläuft sich auf mindestens 1.830. Gesundheitsexperten warnen, dass die Fallzahlen in diesem Ausbruch schneller steigen als bei vorherigen Epidemien.
Quellen: t-online, tagesschau