Seeleute im Persischen Golf: Internationale Seeschifffahrtsorganisation schlägt Alarm
Nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) sind rund 20.000 Seeleute aufgrund des Konflikts im Iran im Persischen Golf gefangen. Der Generalsekretär der IMO, Arsenio Dominguez, bezeichnete diese Situation als inakzeptabel und betonte die damit verbundenen Risiken sowie die „erhebliche psychische Belastung“ für die Betroffenen. Er forderte alle Konfliktparteien auf, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Seeleute und die Freiheit der Schifffahrt gemäß dem Völkerrecht sicherzustellen.
Wichtige Handelsroute unter Druck
Der Persische Golf ist über die strategisch bedeutende Straße von Hormus mit den Weltmeeren verbunden, die für den internationalen Handel von großer Bedeutung ist. Obwohl der Iran Berichte über eine vollständige Sperrung dieser Meerenge, die zwischen seinem Land und dem Oman verläuft, zurückweist, schätzen US-Kriegsbeobachter, dass der Schiffsverkehr in dieser Region um etwa 90 Prozent zurückgegangen ist. Zu den Anrainern des Golfes zählen neben dem Iran auch Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, die bedeutende Ölförderländer sind. Aktuelle Entwicklungen, wie die Meldung, dass Ölpreise zweistellig steigen, verstärken die Nervosität an den Märkten.
Angriff auf Schiff im Fokus
Dominguez verwies auf einen tödlichen Angriff auf das Schiff «Mussafah 2» in der Straße von Hormus, bei dem mindestens vier Seeleute ums Leben kamen und drei weitere schwer verletzt wurden. Er betonte, dass Seeleute nicht zu Zielscheiben werden dürften.
Rückkehr von Urlaubern aus der Region
In der Zwischenzeit sind weitere Urlauber aus der Nahost-Region nach Deutschland zurückgekehrt. Ein Sprecher von Tui Cruises gab bekannt, dass 640 Gäste des Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ am Flughafen Frankfurt/Main gelandet sind. Das Unternehmen hat zwei Maschinen gechartert, um die Urlauber aus der omanischen Hauptstadt Maskat auszufliegen.
„Insgesamt sind mittlerweile über 2.000 Gäste der ‚Mein Schiff 4‘ wieder in der Heimat“, sagte der Sprecher. Rund 2.500 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt an Bord des Schiffes. Laut früheren Informationen sind die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“, die zusammen Platz für mehr als 5.000 Reisende bieten, aufgrund des Iran-Kriegs in der Region festgesetzt.
Militärische Aktivitäten in der Region
Israels Militär hat in der Nacht zum Samstag eine neue großangelegte Angriffswelle auf Ziele in Teheran gestartet. Mehr als 80 Kampfflugzeuge hätten Infrastruktur des iranischen Regimes in der Hauptstadt sowie in weiteren Gebieten des Landes angegriffen, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten.
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Bildquelle: Orijentolog via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)