Der Himmel wird in der Nacht vom Montag auf Dienstag voraussichtlich von einem beeindruckenden Schauspiel erleuchtet: dem Höhepunkt des Leoniden-Sternschnuppenstroms. Obwohl das Wetter vielerorts Wolken bringen könnte, bieten die Leoniden, bekannt als die schnellsten und hellsten Sternschnuppen des Jahres, eine besondere Gelegenheit für Himmelsbeobachter. Ihre scheinbare Herkunft aus dem Sternbild Löwe macht sie erst in den frühen Morgenstunden am besten sichtbar.
Wichtige Fakten zu den Leoniden
- Die Leoniden sind die schnellsten großen Sternschnuppen des Jahres und erreichen Geschwindigkeiten von etwa 252.000 Kilometern pro Stunde.
- Ihr Ursprung liegt im Kometen 55P/Temple-Tuttle, dessen Staub und Gestein beim Eintritt in die Erdatmosphäre leuchten.
- Der Höhepunkt des Stroms findet in der Nacht vom 17. auf den 18. November statt.
- Die besten Sichtungschancen bestehen gegen 5 Uhr morgens.
Ein Kosmisches Phänomen
Die Leoniden verdanken ihren Namen dem Sternbild Löwe (lateinisch: Leo), aus dessen Richtung sie am Nachthimmel zu erscheinen scheinen. Da der Löwe erst nach Mitternacht aufgeht, sind die Sternschnuppen in den frühen Morgenstunden am besten zu beobachten. Im Gegensatz zu vielen anderen Sternschnuppenströmen können die Leoniden bei dichteren Staubwolken des Kometen einen wahren Meteorregen verursachen.
Diese winzigen Partikel, oft nur millimetergroß, rasen mit unglaublicher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre. Die dabei entstehende Reibung erhitzt sie so stark, dass sie für Sekundenbruchteile als leuchtendes Plasma erstrahlen und oft lange, blaugrüne Spuren hinterlassen, die manchmal sogar noch Minuten sichtbar bleiben.
Historische Sternschnuppenstürme
Historische Beobachtungen, wie die im November 1966 in Arizona, dokumentieren spektakuläre Ereignisse, bei denen 40 bis 50 Meteore pro Sekunde beobachtet wurden. Solche intensiven Sternschnuppenstürme treten auf, wenn die Erde alle 33 bis 34 Jahre durch besonders dichte Staubspuren des Kometen fliegt. Für dieses Jahr wird jedoch kein solch extremes Ereignis erwartet; stattdessen werden maximal zehn Leuchtspuren pro Stunde erwartet.
Tipps für die Beobachtung
Für eine erfolgreiche Sternschnuppenjagd ist tiefe Dunkelheit unerlässlich, fernab von störendem Stadtlicht. Regionen wie das Havelland in Brandenburg sind bekannt für ihre dunklen Himmel und eignen sich daher gut für die Beobachtung. Es ist wichtig zu bedenken, dass sich die Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen müssen, was etwa eine halbe Stunde dauern kann. Wer die Leoniden in dieser Nacht verpasst, hat bis Ende November noch Gelegenheit, sie zu beobachten, wobei die frühen Morgenstunden die besten Chancen bieten.
Auch im Dezember lockt ein weiteres Himmelsspektakel: die Geminiden, die bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde liefern können, besonders in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, wenn der Mond erst spät aufgeht und die Sicht kaum beeinträchtigt.