Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – Die Situation für den Buckelwal Timmy, der seit dem 3. März in der Ostsee umherirrt, hat sich dramatisch verschlechtert. Experten sind sich einig, dass der Wal vor der Insel Poel sterben wird. Das betroffene Gebiet wurde abgesperrt, um dem Tier eine ruhige Umgebung zu bieten. Timmy ist mittlerweile zu schwach und leidet unter schweren gesundheitlichen Problemen.
In einem Gespräch mit einem Meeresbiologen von Greenpeace, Thilo Maack, wurde die prekäre Lage des Wals thematisiert. Maack erklärte, dass Timmy, als er an der deutschen Küste auftauchte, in einem Stellnetz gefangen war und auch Schnüre in seinem Maul steckten. Trotz dieser Umstände sei der Wal noch in einem relativ guten Ernährungszustand, was jedoch sein Leiden verlängern könnte. Maack äußerte:
„Es kann einige Tage, aber auch noch viel länger dauern.“
Schmerzhafter Todeskampf und gesundheitliche Probleme
Die Schmerzlichkeit von Timmys Leiden ist ungewiss. Bereits frühzeitig berichtete das Deutsche Meeresmuseum Stralsund von erheblichem Stress bei dem Tier. Berichte von Journalisten beschrieben zudem eine schlechte Hautbeschaffenheit, Schwäche und stark reduzierte Reaktionen. Fachleute weisen darauf hin, dass Strandungen zu Druck auf Organe, Kreislauf- und Atemproblemen, Hitzestress sowie schweren inneren Schäden führen können.
Maack betonte, dass der Wal Schmerzen empfindet, fügte jedoch hinzu:
„Ich würde allerdings davon absehen, das in einer Art und Weise zu vermenschlichen. Um ehrlich zu sein: Das Tier leidet ganz extrem. Ja, es geht ihm überhaupt nicht gut. Aber wir müssen im Hinterkopf behalten, dass es ein Wildtier ist.“
Optionen zur Erlösung und deren Risiken
Die Möglichkeit einer Euthanasie bei Meeressäugern wird theoretisch in Betracht gezogen, jedoch schließen viele Experten in diesem speziellen Fall eine solche Maßnahme aus. Die Risiken, Timmy noch mehr leiden zu lassen, seien zu hoch. Die Tötung großer Wale im Meer sei technisch äußerst herausfordernd, gefährlich und nicht zwangsläufig schnell oder schonend. Maack erklärte:
„Wir haben auch wiederum mit Experten der Tierärztin diskutiert, ob Euthanasie infrage kommt, und das wird kategorisch ausgeschlossen.“
Wissenschaftliche Untersuchung nach dem Tod
Nach dem Tod des Wals wird dieser laut Dr. Till Backhaus, dem Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, ins Meeresmuseum nach Stralsund gebracht. Dort soll die Todesursache wissenschaftlich untersucht werden. Backhaus betonte, dass es nicht darum gehe, ein weiteres Walskelett auszustellen, sondern um eine gründliche Untersuchung. Maack fügte hinzu:
„Der übliche Vorgang ist vom Deutschen Meereskundemuseum koordiniert. Und sicher ist, dass der Wal da nicht liegen bleiben wird.“
Bildquelle: Dietmar Rabich via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)