Tarifrunde im ÖPNV: ver.di kündigt erneute Streiks in mehreren Bundesländern an
Im Rahmen der Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für Donnerstag, den 19. März 2026, erneut zu Streiks in mehreren Bundesländern aufgerufen. Betroffen sind Bayern, das Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo der Verkehr in den meisten kommunalen ÖPNV-Unternehmen vollständig zum Stillstand kommen wird. In Hessen wird im Laufe des heutigen Montags entschieden, ob auch dort ein Streik für den 19. März ausgerufen wird, während in Bremen die Entscheidung nach den Verhandlungen am Mittwoch fällt.
Dies stellt den dritten gemeinsamen Arbeitskampf im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde dar, in der die Arbeitsbedingungen für rund 100.000 Beschäftigte in 150 Unternehmen in allen Bundesländern verhandelt werden. In Bayern, Brandenburg, Thüringen, dem Saarland und bei der Hamburger Hochbahn stehen zudem die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter im Fokus.
„In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang“, erklärte Christine Behle, die Vizevorsitzende von ver.di. „Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her.“
Während in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bereits ein Tarifergebnis erzielt wurde, laufen in fast allen anderen Bundesländern noch die Verhandlungen. Aufgrund der unterschiedlichen Tarifverträge hat ver.di in jedem Bundesland spezifische Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen formuliert. Dazu zählen unter anderem die Verkürzung der Wochenarbeitszeit, die Reduzierung der Schichtzeiten, die Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.
„Wir haben in den Ländern teils sehr unterschiedliche Verhandlungsstände“, sagte die Gewerkschafterin. „Wir rufen daher nur dort zu Streiks auf, wo es jetzt wirklich Druck braucht.“
Die Arbeitskämpfe sollen ein gemeinsames Signal für bessere und möglichst einheitliche Arbeitsbedingungen setzen. „Aber wir streiken nicht aus Prinzip. Wenn es am Verhandlungstisch gut vorangeht, bleiben Streiks aus“, betonte Behle. Ziel der Gewerkschaft ist es, die Belastungen der Beschäftigten durch ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck zu reduzieren, um die hohe Fluktuation in den Betrieben zu verringern und wieder verlässliche Fachkräfte zu gewinnen. „Wenn uns das nicht gelingt, ist der ÖPNV massiv gefährdet – als Daseinsvorsorge, als Garant für Teilhabe und für Lebensqualität“, schloss Behle.
Herausgeber: Jan Thomsen
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