Die digitale Transformation der Steuerverwaltung wird aktiv vorangetrieben. Technologien, die Künstliche Intelligenz (KI) beinhalten, sollen zunehmend in die organisatorischen Strukturen der Finanzämter integriert werden. Der schrittweise und pilotbasierte Rollout digitaler KI-Tools ist Teil dieser Initiative. Dies geht aus den Unterlagen hervor, die der Senat in seiner Sitzung am 7. Juli 2026 auf Vorlage von Finanzsenator Stefan Evers zur Kenntnis genommen hat.
Stefan Evers, der Finanzsenator, betont die Bedeutung der Modernisierung der Steuerverwaltung durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Der verantwortungsvolle Umgang mit diesen Technologien bietet erhebliche Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz der Finanzämter und zur Verbesserung des Serviceangebots.
Die Implementierung von KI in der Steuerverwaltung bringt mehrere zentrale Vorteile mit sich. Erstens wird ein neues Kompetenzprofil im Datenbereich geschaffen, wodurch die Verwaltung als innovativer und attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Zweitens ermöglicht KI eine schnellere Bearbeitung von Anträgen, indem Dokumente automatisiert geprüft und Daten validiert werden. Routineentscheidungen können durch trainierte Modelle vorbereitet werden. Drittens wird die Dienstleistungsorientierung durch den Einsatz von Chatbots und virtuellen Assistenten erhöht, was den Kontakt zur Verwaltung verbessert. Viertens kann KI dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu identifizieren und Ressourcen gezielter einzusetzen.
Die Steuerverwaltung hat bereits erste Schritte in Richtung Transformation erfolgreich umgesetzt. So wird seit Januar dieses Jahres die Übernachtungsteuerstelle durch Robotic Process Automation (RPA) unterstützt. Im Mai wurden zwei KI-gestützte Recherchetools für alle Mitarbeiter in den Finanzämtern freigegeben. Diese Mitarbeiter erhalten umfassende Schulungen, um ein grundlegendes Verständnis für die Funktionsweisen, Einsatzmöglichkeiten, Risiken und Potenziale von KI-Systemen zu entwickeln. Den Auftakt bildete eine Präsenzschulung für Führungskräfte Ende März, gefolgt von einer obligatorischen Online-Basisschulung für alle weiteren Mitarbeiter. Zudem wurde beschlossen, zukünftige Einsätze von KI-Anwendungen durch anwendungsbezogene Schulungen zu begleiten. Seit Juni wird außerdem ein Netzwerk von KI-Ansprechpersonen etabliert, und eine Informationsveranstaltung für die Beschäftigten der Steuerabteilung in der Finanzverwaltung ist für diesen Monat geplant.
Stefan Evers hebt hervor, dass KI das Fachwissen erweitert, Routineaufgaben übernimmt und datenbasierte Evidenz liefert. Er betont die Notwendigkeit, den Einsatz von KI mit ethischen und regulatorischen Rahmenbedingungen zu verknüpfen, die als Grundpfeiler einer verantwortungsvollen Verwaltungspraxis dienen.
Quellen: berlin.de, Handelsblatt
Bildquelle: Foto: A.Savin / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)