Am 8. April, dem Internationalen Tag der Rom*nja, wird weltweit an den kontinuierlichen Einsatz der Rom*nja für Würde, Gleichheit und Anerkennung erinnert.
In Berlin bleibt Antiziganismus ein bedeutendes gesellschaftliches Problem. Die Studie Berlin-Monitor 2025 zeigt, dass antiziganistische Einstellungen in der Stadt weit verbreitet sind: 25 bis 30 Prozent der Befragten äußerten sich zustimmend zu stereotypen, abwertenden und ablehnenden Aussagen über Rom*nja und Sinti*zze. Dies hat für die betroffenen Personen konkrete Auswirkungen, wie Anfeindungen auf der Straße, Ausgrenzung sowie Diskriminierung in Schulen, am Arbeitsplatz und bei Behörden. Die Anzahl der antiziganistischen Vorfälle, die von der Berliner Dokumentationsstelle Antiziganismus erfasst werden, nimmt seit Jahren zu.
Senatorin Cansel Kızıltepe äußerte: „Jeden Tag erfahren Rom*nja und Sinti*zze Diskriminierung und Ausgrenzung. Dies geschieht auch in Berlin. Doch wir akzeptieren das nicht. Der Berliner Senat führt zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung von Antiziganismus und Rassismus gegen Rom*nja und Sinti*zze durch. Wir setzen uns für eine gleichberechtigte Teilhabe dieser Minderheit ein, in enger Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Selbstorganisationen. Gemeinsam können wir eine Gesellschaft schaffen, in der Vielfalt respektiert wird und Antiziganismus überwunden werden kann.“
Roman Herzberg, Mitglied des Beirates für die Angelegenheiten von Rom*nja und Sinti*zze, bezeichnete den Internationalen Tag der Rom*nja als einen Tag des Stolzes. Er betonte, dass Rom*nja und Sinti*zze Menschen mit Würde und Geschichten sind und ihren Platz gleichwertig neben allen anderen einnehmen möchten. Die Hoffnung auf eine Zukunft voller Respekt und ohne Ausgrenzung wurde ebenfalls geäußert.
Am 8. April wird die Roma-Flagge vor verschiedenen Rathäusern in den Bezirken gehisst, um auf den Tag aufmerksam zu machen.
Die Rathäuser, an denen die Flaggen gehisst werden, sind:
- Rathaus Charlottenburg: Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
- Rathaus Köpenick: Alt-Köpenick 21, 12555 Berlin
- Rathaus Pankow: Breite Str. 24a-26, 13187 Berlin
- Rathaus Spandau: Carl-Schurz-Str. 2/6, 13597 Berlin
Zusätzlich zu den Flaggenhissungen finden in diesen Bezirken am 8. April verschiedene Veranstaltungen und Ansprachen statt:
- 8:30 Uhr | Rathaus Schöneberg: John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und Vertreter*innen des Beirats für Partizipation und Integration.
- 9:30 Uhr | Rathaus Mitte: Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin – Angekündigt: Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit Christoph Keller.
- 10 Uhr | Rathaus Friedrichshain: Frankfurter Allee 35/37, 10247 Berlin – Angekündigt: Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit Max Kindler.
- 10 Uhr | Rathaus Reinickendorf: Eichborndamm 215, 13437 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner.
- 10 Uhr | Rathaus Hellersdorf: Alice-Salomon-Platz 3, 12627 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic.
- 11 Uhr | Rathaus Tiergarten: Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger.
- 12:30 Uhr | Rathaus Lichtenberg: Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeister Martin Schaefer.
- 13 Uhr | Rathaus Neukölln: Karl-Marx-Straße 83, 12043 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeister Martin Hikel.
- 16 Uhr | Rathaus Steglitz: Kirchstraße 1-3, 14163 Berlin – Angekündigt: Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg.
Darüber hinaus laden verschiedene Berliner Romani Selbstorganisationen und weitere Institutionen am 8. April 2026 zu Aktionen und Veranstaltungen ein:
- Tag des offenen Mahnmals – Führungen des Roma Informations Centrums am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas | 8. April 2026 | Stündliche Workshops: 10:00 bis 14:00 Uhr | Ausstellung: 14:00 bis 17:00 Uhr | Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas, Berlin.
- ROMADAY-Parade | Romatriale.V. | Start um 15 Uhr am Denkmal für die ermordeten Sinti* und Roma* Europas; 15 – 17:30 Uhr Demolauf zur Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
- Opre Rom:nja! Opre Sinti:zze! | Amaro Drom e.V., Amaro Foro e.V., Das Kombinat e.V., RomaniPhen e.V. | 8. April 2026, 18:00 Uhr | Film, Performance, Konzert, Party, Get-Together | Grüner Salon in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
- Eröffnung der Ausstellung „Yesterday is Tomorrow“ | European Roma Institute for Arts and Culture | 8. April 2026, 18:00 Uhr | mit Werken von verschiedenen Künstlern.
Der Internationale Tag der Rom*nja am 8. April erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress, der vor 55 Jahren in der Nähe von London stattfand und Vertreter*innen aus verschiedenen Ländern zusammenbrachte. Trotz der Fortschritte der Bürgerrechtsbewegung für Sinti und Romani sind Diskriminierung und Ausgrenzung in nahezu allen Lebensbereichen weiterhin präsent.
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