Über 150 Menschen, darunter viele Kinder, starben bei einem Angriff auf eine Mädchenschule im südiranischen Minab, was zahlreiche US-Soldaten dazu veranlasste, den Kriegsdienst zu verweigern. Der Krieg gegen Iran, der von Anfang an in den USA auf breite Ablehnung stieß, hat auch die Stimmung innerhalb der Streitkräfte erheblich belastet.
Entscheidung zur Kriegsdienstverweigerung
Taylor Highland, ein Soldat in seinen 30ern, entschied sich im Frühjahr, die US-Streitkräfte zu verlassen, nachdem die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran begonnen hatten. Der schockierende Angriff auf die Mädchenschule war für ihn der ausschlaggebende Moment. „Ich wollte herausfinden, ob meine Überzeugungen mit den Gründen übereinstimmen, aus denen man den Dienst an der Waffe verweigern kann“, erklärte Highland.
Hintergrund der Unruhe
Highland, der in Texas stationiert ist und als Arzt tätig war, hinterfragte zunehmend seine Rolle im Militär. „Ich half den Menschen bei der Genesung, aber es ging immer nur darum, dass sie sich gerade so weit erholten, um wieder in den Kampf geschickt zu werden“, sagte er. Diese Erkenntnis führte ihn zu der Überzeugung, dass er aus dem Militär austreten müsse, selbst wenn er der Einzige sei, der diesen Schritt wagt.
Die Situation unter den Soldaten
Die Zahl der Soldaten, die den Kriegsdienst verweigern möchten, ist nicht genau bekannt. Das Verfahren zur Kriegsdienstverweigerung ist langwierig und kann Monate in Anspruch nehmen. Während des Vietnamkriegs wählten Hunderttausende diesen Weg, um der Wehrpflicht zu entkommen. Heute sind es aktive Soldaten, die versuchen, das Militär vorzeitig zu verlassen.
- Highland kennt etwa zwölf Kameraden, die ebenfalls diesen Weg gehen wollen.
- Die Gesamtzahl der Soldaten im US-Militär beträgt rund 1,3 Millionen.
- Die Möglichkeit zur Kriegsdienstverweigerung wird als selten genutzt angesehen.
Schlechte Stimmung in der Truppe
Bill Galvin, der bei der GI Rights Hotline arbeitet, berichtet von einer besorgniserregenden Stimmung unter den Soldaten. „Vor allem der Angriff auf die Mädchenschule wird häufig angesprochen. Viele Soldaten äußern, dass sie nicht Teil einer Organisation sein wollen, die solche Taten begeht“, sagte Galvin. Im März, dem ersten Monat des Krieges, übernahm seine Organisation mehr als 80 neue Fälle von Soldaten, die den Dienst verweigern wollten, was fast doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr sind.
Politische Einflüsse auf die Moral
Die Politik des Pentagon unter Verteidigungsminister Pete Hegseth wird als schädlich für die Moral der Soldaten angesehen. Hegseth hat eine aggressive Haltung gegen alles eingenommen, was er als „woke“ betrachtet, und hat das Militär in die Kulturkämpfe der US-Gesellschaft verwickelt. Kritiker, darunter Galvin, warnen, dass diese Politik die Einheit und den Zusammenhalt der Truppe gefährdet.
Auswirkungen der Einsätze unter Trump
Die rechtlich fragwürdigen Einsätze der Trump-Regierung, wie die Stationierung der Nationalgarde in US-Städten und der Angriffskrieg gegen Iran, haben ebenfalls zur Skepsis unter den Soldaten beigetragen. Highland berichtet, dass viele seiner Kameraden nicht überzeugt sind, warum der Konflikt überhaupt stattfindet, was es ihnen schwer macht, die Handlungen im Rahmen des Krieges zu rechtfertigen.
Persönliche Konsequenzen und Empfehlungen
Obwohl Highland nur noch ein Jahr bei den Streitkräften bleiben müsste, wird er aufgrund seines vorzeitigen Austritts die Kosten für sein Medizinstudium zurückzahlen müssen. Dennoch sieht er sich in der privilegierten Lage, als Arzt arbeiten zu können. Er ermutigt andere Soldaten, die an ihrer Rolle im Militär zweifeln, sich beraten zu lassen, da sie nicht allein sind.
Umbenennung des Verteidigungsministeriums
Die von Trump vorangetriebene Umbenennung des US-Verteidigungsministeriums in Kriegsministerium schreitet voran. Das Repräsentantenhaus hat bereits die erste Hürde genommen, und nun muss der Senat zustimmen. Die Umbenennung könnte bald offiziell werden, was Hegseth den Titel „Kriegsminister“ verleihen würde.
Quellen: tagesschau
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