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Wie hat sich die Wahrnehmung von Drohnen in unserer Gesellschaft verändert? Früher wurde der Begriff oft mit Freizeitaktivitäten assoziiert, heute jedoch haben diese unbemannten Flugzeuge durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eine ernsthafte und bedrohliche Bedeutung erlangt – auch in Brandenburg, wo im November ein derartiges Luftfahrzeug den Flughafen BER vorübergehend lahmlegte.
Am Dienstag wurde im Hubschrauber-Hangar der Bundespolizei-Fliegerstaffel in Blumberg eine neue Einheit vorgestellt, die sich der Aufgabe widmet, sogenannte „unkooperative Drohnen“ zu neutralisieren. Diese Maßnahme betrifft nicht nur Flughäfen, sondern zielt auch auf sicherheitsrelevante Objekte in der Hauptstadt Berlin und bundesweit ab. Hinter Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) stehen 40 vermummte Spezialkräfte, die klaren Anweisungen folgen: „Wir stellen uns der hybriden Bedrohung entgegen,“ erklärte der Minister. In naher Zukunft soll die Einheit auf 130 Dienstposten ausgeweitet werden. Neue Einheit der Bundespolizei stärkt Drohnenabwehr
Moderne Technologien zur Drohnenbekämpfung
Die Einheit hat einen präzisen Auftrag, wie Dobrindt erläuterte: „Aufspüren, abwehren, abfangen – und wenn nötig, auch abschießen.“ Diese Vorgehensweise wurde vor Ort demonstriert. Eine Drohne führte wilde Manöver durch, während drei Spezialkräfte am Boden bereitstanden. Ein Beamter zielte mit einem schwarzen, kanonenartigen Gerät und schoss eine dichte schwarze Kartusche ab. Innerhalb weniger Millisekunden traf die Kartusche ihr Ziel und ein Netz entfaltete sich, um die „feindliche“ Drohne zu fangen und sanft zu Boden zu bringen.
In einer weiteren Vorführung kam eine Abwehrdrohne zum Einsatz, die eine „feindliche“ Drohne aus der Luft verfolgte, um sie zu fangen und sicher abzusetzen.
Finanzierung und Herausforderungen in der Drohnenabwehrtechnologie
Wie der Innenminister verkündete, werden in diesem und dem kommenden Jahr 100 Millionen Euro in Technologien zur Drohnenabwehr investiert. Allerdings gibt es Herausforderungen, die die Effektivität dieser Investitionen beeinträchtigen könnten. Der Innovationszyklus in der Drohnentechnologie hat sich dramatisch verkürzt und beträgt nun nur noch wenige Wochen. Bundespolizeipräsident Dieter Romann stellte fest, dass die neueste Technologie innerhalb von zwei Monaten möglicherweise bereits überholt ist. Um dem entgegenzuwirken, ist eine Forschungs- und Entwicklungseinheit geplant.
Ein weiteres Problem besteht in den Zuständigkeiten der Abwehrkräfte. Die Bundespolizei ist ausschließlich für bestimmte Fälle zuständig. Von den 193 Drohnen, die dieses Jahr über Brandenburg gesichtet wurden, hätte die Einheit nur bei wenigen einspringen können, da ihre Hauptaufgabe der Schutz von Flughäfen gilt.
Anpassung der Zuständigkeitsstruktur
Laut Romann ist die komplexe Struktur von 42 Luftsicherheitsbehörden in Bund und Ländern ein wesentlicher Hintergrund für die Verwirrung in der Zuständigkeit. Beispielsweise hat die Bundespolizei nur Zugriff auf 13 Flughäfen, wenn sich Drohnen über dem Flughafengelände befinden – außerhalb des Zauns sind die Länder verantwortlich. Zudem ist die Deutsche Flugsicherung für die Ortung von Drohnen im Luftraum zuständig, jedoch nur an 15 der 28 Verkehrsflughäfen.
Eine Lösung für diese Probleme könnte das geplante Drohnenabwehrzentrum bieten, das noch in diesem Monat zwischen Bund und Ländern eingerichtet wird. Dieses Zentrum soll die Zusammenarbeit zwischen Bundespolizei, Landespolizeien und Bundeswehr optimieren, ohne die bereits bestehende komplexe Zuständigkeitsstruktur zu verändern.
Die Effektivität dieser neuen Strukturen wird sich in naher Zukunft zeigen, insbesondere wenn erneut eine Drohne über dem BER oder einem anderen Flughafen gesichtet wird.
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