Ein Jahr lang haben RTL-Reporter undercover in einem mutmaßlichen russischen Agentennetzwerk gearbeitet, um Spionageaufträge, Sabotagepläne und die Rekrutierung von Helfern über den Messengerdienst Telegram zu dokumentieren. Dabei wurde eine Reporterin enttarnt und erhielt sogar Morddrohungen.
Enthüllungen über Spionageaktivitäten
Die Recherchen des Formats „stern Investigativ“ deckten zahlreiche Spionageaktivitäten auf, die sich gegen die CDU sowie die deutsche Rüstungsindustrie richteten. Auch Angriffe auf kritische Infrastruktur wurden thematisiert. Ein gescheiterter Sprengstoffangriff auf ukrainische Frachtflugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle hat erneut die Frage aufgeworfen, ob Deutschland möglicherweise seit längerem Ziel hybrider Angriffe durch sogenannte „Wegwerfagenten“ russischer Geheimdienste ist.
Die Rekrutierung von Wegwerfagenten
Um das System hinter den Wegwerfagenten zu verstehen, begaben sich die RTL-Reporter unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden in das Netzwerk. Über Telegram erhielten sie Aufträge von mutmaßlich russischen Akteuren, die sie gegen Bezahlung in Bitcoin erfüllen sollten. Die Aufträge umfassten das Ausspionieren einer Menschenrechtsorganisation, das Beschaffen von Informationen über deutsche Rüstungsunternehmen und das Infiltrieren einer politischen Partei.
Die Gefahren der Undercover-Recherche
Die RTL-Reporter rekonstruierten zudem einen mutmaßlichen russischen Sabotageakt, bei dem vor zwei Jahren präparierte Pakete in Frachtflugzeugen am Flughafen Leipzig/Halle in Brand geraten sollten. In Litauen trafen sie einen angeklagten mutmaßlichen Wegwerfagenten und konnten den bislang wenig bekannten Rüstungsmanager Stefan Thumann ausfindig machen, der aufgrund von Bedrohungen durch den russischen Geheimdienst im Untergrund lebt.
Die hybride Strategie Russlands
Die Recherchen zeigen, dass russische Gruppierungen gezielt nach Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten oder krimineller Vergangenheit suchen. Die Aufträge erscheinen zunächst harmlos, können jedoch Teil einer größeren Operation mit schwerwiegenden strafrechtlichen Konsequenzen sein. Nach einem Jahr undercover wurde eine RTL-Reporterin als Journalistin enttarnt und erhielt Drohungen, darunter eine Morddrohung auf ihre Mailbox.
Die Undercover-Recherche verdeutlicht, wie niedrig die Einstiegsschwelle in Russlands mutmaßliches Agentennetzwerk ist und wie schnell Menschen in Deutschland durch vermeintlich kleine Aufträge in Gefahr geraten können.
Quellen: n-tv
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