Der Fußball in der Region steht vor den Herausforderungen des Winters, die in den letzten Jahren zahlreiche Auswirkungen auf den Spielbetrieb hatten. Wilfried Riemer, Spielleiter der Fußball-Regionalliga Nordost, berichtete, dass am vergangenen Wochenende alle angesetzten Spiele wie geplant stattfinden konnten, da die Temperaturen mit sieben bis zehn Grad Celsius angenehm mild waren.
Die Bedenken bezüglich des Wetters blieben beim ersten Advent aus, anders als in den Monaten zuvor, in denen viele Spiele wetterbedingt abgesagt werden mussten. Die Problematik wurde besonders deutlich, als vor anderthalb Wochen ein unbespielbarer Platz im Sportforum Hohenschönhausen zu einer Spielabsage führte. Riemer wies darauf hin, dass im letzten Winter insgesamt 33 Spiele wetterbedingt ausgefallen sind.
Witterungseinflüsse und deren Auswirkungen
Die Herausforderungen, die der Winter für die Fußballvereine mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. Ein zentrales Problem sind Frosttage, von denen der Deutsche Wetterdienst im Kalenderjahr 2024 52 registrierte . Bei mehreren aufeinanderfolgenden Frosttagen kann ein Fußballplatz unbespielbar werden, was für die Vereine sowohl gesundheitliche als auch wirtschaftliche Auswirkungen hat.
Die Entscheidung über die Bespielbarkeit der Plätze obliegt den Platzbetreibern, häufig den Bezirksämtern, wobei der Verband die Vereine zwei Tage vor den Spielen über die Platzverhältnisse informiert. Bei den Profiklubs entscheidet in der Regel der Schiedsrichter, aber auch hier werden Maßnahmen ergriffen, um die Spiele trotz schlechter Witterung stattfinden zu lassen.
Technologische Lösungen im Profisport
Ein Beispiel für technologische Lösungen im Profifußball ist die Rasenheizung, die im Olympiastadion von Hertha BSC installiert ist. Diese Heizungen verhindern, dass der Platz einfriert, indem sie bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aktiviert werden. Die Installation solcher Systeme kann zwischen 420.000 und 620.000 Euro kosten, während die Nutzung über einen Winter zusätzlich 80.000 bis 100.000 Euro erfordert.
Im Amateurbereich sind solche Rasenheizungen oft wirtschaftlich nicht tragbar. Dennoch gibt es in der Region einige Vereine, die diese Technologie nutzen, obgleich sie selten zum Einsatz kommt.
Leistungsfähigkeit der Spieler im Winter
Die kälteren Temperaturen haben auch einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Spieler. Laut Unions Athletiktrainer Martin Krüger nehmen Ausdauerleistungen unter kalten Bedingungen nicht ab, jedoch leidet die Sprintgeschwindigkeit. Dies erfordert eine längere Aufwärmphase. Bei Temperaturen unter acht Grad Celsius sinkt die Leistungsfähigkeit merklich.
Für die Profis rund um die Feiertage steht die Winterpause vor der Tür. Krüger merkten an, dass diese Zeit lediglich zehn Tage umfasst, was ein schnelles Wiederherstellen des Trainingsrhythmus ermöglicht. Die Spieler können sich in dieser Zeit zwar etwas entspannen, jedoch bleibt das Augenmerk stets auf der Fitness und dem Training, um auch im Winter konkurrenzfähig zu bleiben.
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