Nach einem knappen Erfolg im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Union Berlin, bei dem der FC Bayern mit 3:2 die Oberhand behielt und das Viertelfinale erreichte, keimen Vorwürfe bezüglich des Fair Plays auf. Die Diskussion entzündete sich an der Spielweise des Rekordmeisters, insbesondere in der zweiten Spielhälfte.
Union-Kapitän Rani Khedira kritisiert Zeitspiel der Bayern
Rani Khedira, Spielführer von Union Berlin, äußerte gegenüber Sky deutliche Kritik am Verhalten der Münchner Mannschaft. Er führte aus, dass die Bayern über die gesamte zweite Halbzeit hinweg auf Zeit gespielt hätten. Khedira betonte, dies sei ein Mangel an Fair Play. Wörtlich erklärte er: „Wenn du so einen Gegner spielst und die spielen ab der 45. Minute auf Zeit, was zum Teil nicht geahndet wird, dann ist es Respekt genug.“
Details zum umstrittenen Zeitspiel
Auf Nachfrage bezüglich seiner Einschätzung bekräftigte Khedira seine Aussage, wonach das Zeitspiel bereits ab der 45. Minute begonnen habe. Als Beispiel führte er die Situation um Bayern-Spieler Pavlovic an, dem er zwar eine schnelle Genesung wünschte, dessen Verhalten aber kritisch beäugte. „Pavlovic ist natürlich verletzt – ich wünsche ihm alles Gute. Aber er hat zwei Minuten Zeit, sich hinzulegen. Und dann ist der Ball wieder gespielt und dann muss er sich hinlegen. So schindet er die Zeit, um wechseln zu können. Das ist kein Fairplay. Ich mache dem Jungen aber keinen Vorwurf, er soll schnell wieder gesund werden“, präzisierte Khedira.
Die Schilderungen von Khedira beziehen sich auf eine Szene nach der Halbzeitpause, als der Bayern-Star Joshua Kimmich (im Bild r.) bereits humpelte. Pavlovic wiederum sprach, während das Spiel unterbrochen war, mit der Bayern-Bank. Etwa 40 Sekunden später, noch während der Unterbrechung, legte er sich zu Boden und wurde daraufhin ausgewechselt. Trainer Vincent Kompany erklärte, man gehe nicht von einer schwerwiegenden Verletzung aus, es sei aber unklar, ob der Nationalspieler für die kommenden Partien zur Verfügung stehe.
Verlauf des Spiels und weitere Beobachtungen
Im weiteren Verlauf der Partie kam es, insbesondere zum Ende hin, zu mehreren Spielunterbrechungen – ein nicht untypisches Bild bei Pokalbegegnungen. Mehrfach befanden sich Spieler des FC Bayern auf dem Rasen. Manuel Neuer, der Torhüter der Bayern, erhielt in der Nachspielzeit aufgrund von Zeitspiel eine Gelbe Karte. Bereits in der Liga (Endstand 2:2) hatten die Bayern Schwierigkeiten gegen Union Berlin.
In der ersten Halbzeit erzielten die Gäste drei Tore nach Standards. Neben zwei Eigentoren von Union-Spielern, Ilyas Ansah (12. Minute) und Diogo Leite (45.+4 Minute), traf Harry Kane (24. Minute). Leopold Querfeld von Union Berlin verkürzte zweimal, zunächst per Handelfmeter (40. Minute) und später durch einen Foul-Strafstoß (55. Minute), und sorgte so für eine spannende zweite Hälfte. Trotz der umstrittenen Spielweise setzten sich die Bayern am Ende durch, was laut Khedira auch auf das von ihm angesprochene Zeitspiel zurückzuführen war.
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