Der ehemalige Torhüter von Hertha BSC und Union Berlin, Alexander Schwolow, erlebt nach turbulenten Jahren in Deutschland einen sportlichen Höhenflug beim schottischen Erstligisten Heart of Midlothian. Mit vier Siegen und ohne Gegentor in seinen ersten vier Spielen zeigt er sich zufrieden und genießt die neue sportliche Heimat.
Ein Neustart in Schottland
Nach wechselhaften Zeiten bei Hertha BSC, wo er trotz hoher Ablösesumme nie unumstritten war, und als Ersatztorhüter bei Union Berlin, hat Alexander Schwolow in Schottland zu alter Form zurückgefunden. "Auf jeden Fall macht es gerade Spaß. Die letzten Jahre waren nicht immer ganz so einfach. Deswegen tut es gut, jetzt einfach mal eine schöne Phase zu haben", äußert sich der 33-jährige Torhüter im Interview.
- Vier Spiele, vier Siege, null Gegentore für Heart of Midlothian.
- Schwolow genießt die positive Phase nach schwierigen Jahren.
- Die Entscheidung für den Wechsel ins Ausland wurde auch im Hinblick auf die Familie getroffen.
Die Entscheidung für Edinburgh
Die Entscheidung, ins Ausland zu wechseln, war auch eine Familienangelegenheit. "Die Frage stand sogar an erster Stelle", erklärt Schwolow. Nach Gesprächen mit dem Klub in Edinburgh habe sich die Familie schnell wohlgefühlt. Die Stadt selbst beschreibt er als "wirklich sehr, sehr schön", fast wie eine Kulisse aus Harry Potter, und bedauert, die Oasis-Konzerte verpasst zu haben, die er von seinem Haus aus hätte hören können.
Atmosphäre im Tynecastle Park
Das neue sportliche Zuhause, der Tynecastle Park, wird als "überragendes Stadion" beschrieben. Schwolow hebt die steile, geschlossene Bauweise und die "geile" Atmosphäre hervor. Besonders eindrücklich war für ihn das Derby gegen Hibernian, als das Siegtor in der Nachspielzeit fiel: "Das war, glaube ich, das Lauteste, was ich je gehört habe." Anders als in Deutschland gebe es keine permanenten Ultras, aber die Reaktionen der Fans seien situativ und bei Toren extrem laut.
Physischer und intensiver Fußball
Der Fußball in Schottland sei physischer und gehe "hin und her", mit vielen langen Bällen und schnellen Umschaltmomenten. Schwolow betont die Notwendigkeit, "immer wach sein, immer mitspielen" zu müssen. Die Intensität fordert ihn heraus, wie er nach dem Auswärtsspiel gegen die Glasgow Rangers feststellte: "Ich hatte das auch noch nie, dass ich in der 70. Minute gesagt habe, ich bin echt im Arsch." Er räumt ein, dass die Vorbereitung zu Hause nicht mit Mannschaftstraining vergleichbar sei.
Rückblick auf Berlin
Auf seine Zeit bei Hertha BSC blickt Schwolow mit Bedauern zurück: "Schade. Einfach schade." Er nennt die Unruhe im Verein mit vier Trainern und wechselnden Sportdirektoren als Hauptgrund für die fehlende Stabilität. Bei Union Berlin hingegen erinnert er sich an eine "schöne Zeit bei einem tollen Klub" mit guter Führung und Ruhe, auch wenn er sich mehr Einsätze gewünscht hätte.
Kulinarische Entdeckungen
Kulinarisch hat Schwolow sich noch nicht an Haggis herangewagt, aber die schottischen Essgewohnheiten, wie Baked Beans zum Frühstück, sind ihm nicht neu. "Da muss man für gemacht sein", merkt er schmunzelnd an.