Nach den schweren Ausschreitungen während des Spiels zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC, das mit 0:1 endete, hat die Polizei am späten Samstagabend erste Informationen zu ihrem Einsatz veröffentlicht.
Insgesamt waren rund 750 Polizeibeamte im Einsatz, unterstützt von Kräften aus Bayern und Thüringen. Das Hauptziel war es, eine Konfrontation zwischen den Fans der beiden Mannschaften zu verhindern, was jedoch nur außerhalb des Rudolf-Harbig-Stadions gelang.
Konfrontation in der 19. Minute
Im Verlauf der Partie kam es zu skandalösen Vorfällen. Auslöser war offenbar eine Provokation im K-Block der Dresdner Fans, wo eine Fahne von Hertha BSC gezeigt wurde, begleitet von hämischen Gesängen. In der 19. Minute eskalierte die Situation, als Fans von Hertha BSC Absperrungen überwanden und in den Innenraum des Stadions eindrangen. Dies konnte von den Ordnern nicht verhindert werden. Dabei wurde Pyrotechnik gezündet und in Richtung der benachbarten Blöcke der Dresdner Anhänger geworfen. Gleichzeitig gelangten auch Fans von Dynamo in den Innenraum und bewegten sich in Richtung des Gästeblocks. Es kam zu einer direkten Konfrontation zwischen beiden Fangruppen, bei der sich etwa 60 Dresdner und 30 Berliner gegenüberstanden und sich gegenseitig mit Pyrotechnik bewarfen.
Polizei greift ein
Ein Polizeisprecher erklärte, dass die Einsatzkräfte daraufhin den Innenraum betraten und die beiden Fangruppen trennten. Das Spielfeld wurde anschließend durch die Polizei gesichert. Kurz darauf beruhigte sich die Lage, und die Chaoten zogen sich wieder in ihre Blöcke zurück. Später wurde die zuvor gezeigte Fahne von Hertha-Fans von den Dynamo-Anhängern angezündet. Nach einer Unterbrechung von etwa 20 Minuten pfiff der Schiedsrichter das Spiel wieder an.
Vorzeitiger Abgang von Gästefans
Etwa 600 Gästefans verließen wenig später vorzeitig das Stadion und begaben sich auf den Rückweg zu ihren Fahrzeugen, begleitet von Polizeibeamten. Die Dresdner Polizei hat mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Ticketbetrugs. Informationen über die Anzahl der Verletzten liegen bislang nicht vor.
Strafen für die Klubs
Beiden Vereinen drohen aufgrund der Vorfälle mögliche Strafen durch den DFB.
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