„Würde man den Erfolg eines Vereins nur an Titeln und Medaillen messen, dann wären viele Anhänger von Alba Berlin wohl froh, endlich einen Haken an das Jahr machen zu dürfen.“ So könnte die Bilanz des Vereins aus der Hauptstadt zusammengefasst werden. Nach einem Playoff-Aus im Viertelfinale, einer verpassten Finalteilnahme im Pokal und dem letzten Platz in der Euroleague bleibt die Bewertung aus sportlicher Sicht durchwachsen.
Nichtsdestotrotz könnte das Jahr 2025 für die Anhänger von Alba Berlin in positiver Erinnerung bleiben. Die Saison glich einer Achterbahnfahrt, geprägt von Abschieden, Neuanfängen und einem neu gewonnenen Optimismus.
Ein unkonventionelles Jahr für Alba Berlin
Im März kam es zu einer überraschenden Trainerentlassung: Israel Gonzalez, der über acht Jahre hinweg an der Spree tätig war, musste den Verein verlassen. Diese Entscheidung war in der langen Vereinsgeschichte äußerst selten, betonte Kapitän Jonas Mattisseck, der rückblickend auf die schwierige Situation hinwies: „Es sei keine schöne Zeit gewesen, aber man sah sich einer Situation ausgesetzt, in der man handeln musste und wahrscheinlich war es das Richtige für alle Beteiligten.“
Pedro Calles übernahm das Mannschaftssteuer, nachdem er zuvor als Assistent tätig war. Er schaffte es, den elfmaligen deutschen Meister ins BBL-Viertelfinale zu führen, was Calles als das „verrückteste Jahr seiner Trainerkarriere“ bezeichnete.
Der Rückzug aus der Euroleague und neue Herausforderungen
Der Sommer brachte dann jedoch eine Zäsur: Im Mai gab Alba bekannt, dass sie aus der Euroleague zurückziehen und künftig in der Champions League spielen wollen. Geschäftsführer Marco Baldi erklärte, die Bedingungen für die Teilnahme an der Euroleague seien nicht akzeptabel. Es war notwendig, trotz des Prestigeverlustes in der europäischen Basketballszene, diesen Schritt zu gehen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Finanziell war die Situation herausfordernd: Während die großen Teams der Euroleague jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Euro in ihren Kader investieren, standen Alba nur rund acht Millionen Euro zur Verfügung. Zudem stellte die hohe Miete für die Arena am Ostbahnhof eine zusätzliche Belastung dar.
Ein Neuanfang mit Hoffnung auf Erfolg
Mit dem Euroleague-Ausstieg sah sich der Verein gezwungen, sich neu aufzustellen, was zu einem Umsetzungsspielraum führte. 13 Profis verließen den Verein, da einige Spieler auf höchstem Niveau weiter spielen wollten. Sportdirektor Himar Ojeda konnte jedoch mit acht Neuverpflichtungen eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten zeigte die Mannschaft beeindruckende Leistungen und verzeichnete zum Jahresende eine Siegesserie von elf Spielen, die erst jüngst endete. In der Bundesliga mischen die Berliner weiterhin an der Spitze mit, und auch im Finale der Champions League sowie im Pokal haben sie gute Chancen auf Titel.
So schließt das Jahr in der Berliner Basketballszene versöhnlich und lässt auf kommende Herausforderungen hoffen – einschließlich der Perspektiven, die der Eintritt der NBA in Europa 2027 mit sich bringen könnte.