Trainer Stefan Leitl (48) steht vor der Aufgabe, Hertha auf Kurs zum Aufstieg zu bringen.
Das turbulente 3:3-Unentschieden gegen Fürth steht symbolisch für die bisherige Hinrunde des Vereins. Es gab zwei Halbzeiten mit vollkommen unterschiedlichen Leistungen – eine stark und eine schwach.
Um den Aufstieg zu realisieren, gilt es für Trainer Leitl, drei kritische Punkte anzugehen, und das idealerweise bereits vor dem Spiel gegen Bielefeld am Freitag (18.30 Uhr, Sky).
1. Zu viele Wechsel in der Abwehr
Viele Trainer bevorzugen eine stabile Viererkette oder eine konstante Innenverteidigung. Aufgrund von Verletzungen und englischen Wochen musste Leitl jedoch häufig rotieren. Momentan stehen ihm alle Verteidiger zur Verfügung, abgesehen von Brooks (32), was ihn zwingt, für den Aufstieg unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Die Strategie sollte sich auf Einspielen statt vielspielen konzentrieren.
Leitl erklärte: „Über Wochen hinweg haben wir kaum Gegentore bekommen, jetzt in zwei Spielen fünf – das ist mir deutlich zu viel.“
2. Das zwei Halbzeiten-Problem
Das Spiel gegen Fürth offenbarte erneut ein Muster: eine starke erste Halbzeit, gefolgt von einer schwächeren zweiten.
Leitl anmerkte: „Man hat heute gesehen, wie wir auch Fußball spielen können, speziell in der ersten Hälfte.“ Nach der Pause traten jedoch die bekannten Schwächen zutage, welche Hertha belasten: große Leistungsschwankungen.
Er fügte hinzu: „Diszipliniert in Gänze gegen den Ball spielen – nur dann sind wir ganz schwer zu bespielen und zu schlagen.“ Das Team wechselt zwischen starken und schwächeren Phasen, was in der aktuellen Findungsphase problematisch ist. Spieler wie Seguin (30), Demme (34), Kolbe (28) und Kownacki (28) haben lange gefehlt und benötigen Stabilität für die Rückrunde.
3. Schnitzer kosten Punkte
Karbownik verlor den Ball gegen Magdeburg (0:2), Seguin in Fürth (3:3), Leistner leistete sich einen Fehler vor der Siegesserie in Bochum (2:3). Solche Fehler sind kostspielig.
Hertha hatte zuletzt oft Spielglück, vor allem durch Tjark Ernst (22). Der Torwart präsentiert sich als einer der besten der 2. Liga und hat seit dem ersten Spieltag nahezu fehlerlos gespielt, was den Berlinern mindestens 7 Punkte gerettet hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Hertha die Wechselbäder abstellen kann und über die gesamte Spielzeit die Leistung abrufen kann, könnte am Ende der Saison eine Bier-Dusche für Trainer Leitl bereitstehen – und im Spiel gegen Bielefeld könnte die 30-Punkte-Marke fallen.