Mitgliederversammlung
Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, hat bei der Mitgliederversammlung eine klare Botschaft übermittelt: Der Verein ist mehr als nur Männerfußball. Er betont die Bedeutung des Frauenfußballs als eine zentrale Säule des Vereins.
Am 19. Mai 2026, um 21:11 Uhr, äußerte sich Zingler in einer entspannten Atmosphäre, die jedoch von deutlichen Aussagen geprägt war. Nur drei Tage nach dem Abschluss der Bundesligasaison zeigte sich der Präsident des 1. FC Union Berlin zufrieden, auch wenn diese Einschätzung aus seiner Sicht nicht ganz zutreffend ist. Die Frauenmannschaft des Vereins hatte am Sonntag ihre Saison beendet – und das erstmals in der Vereinsgeschichte als Bundesligist. Somit lagen zwischen der Mitgliederversammlung und dem Saisonende der Profiteams lediglich zwei Tage.
Frauenfußball als Erfolgsfaktor
Für Zingler ist dieser Umstand von grundlegender Bedeutung. Er machte sowohl vor den Mitgliedern als auch in Gesprächen mit Berliner Medienvertretern deutlich, dass Union sich nicht mehr ausschließlich über den Männerfußball definiert. Der Präsident stellte fest, dass der erfolgreiche Frauenfußball des Vereins noch nicht in vollem Umfang anerkannt wird. Nach Niederlagen der Männermannschaft werde häufig voreilig von einer schlechten Gesamtverfassung des Vereins gesprochen, selbst wenn die Frauen parallel Erfolge feiern. „Die Sprache verändert sich nicht“, betonte Zingler und formulierte seinen Anspruch: „Union ist nicht nur Männer-, sondern auch Frauenfußball.“
Herausforderungen und Ziele
Um diesen Gedanken im gesamten Verein zu verankern, bleibt jedoch noch einiges zu tun. In Zinglers Rückblick auf die vergangene Saison stand naturgemäß das Abschneiden der Männermannschaft im Vordergrund. Nach drei Jahren außergewöhnlichen Erfolgs, in denen Union alle europäischen Wettbewerbe erreichte und laut Zingler „überperformte“, hat sich die Mannschaft mittlerweile wieder auf ein Niveau eingependelt, das den eigenen Erwartungen entspricht. In der Saison 2023/24 erzielte das Team neun Siege, gefolgt von zehn Erfolgen in der nun abgelaufenen Spielzeit, jedoch mit 15 Niederlagen im Vergleich zu 14 in der Vorsaison.
Zingler erklärte, dass solche Niederlagen im Verein nicht überraschend seien und Teil des jährlichen Prozesses zum Klassenerhalt darstellen. Die Marke von 40 Punkten bleibt das primäre Ziel. „Wir wissen vor der Saison, dass wir nicht alle Spiele gewinnen und nicht immer gut spielen werden“, so Zingler. „Und trotzdem ärgern wir uns darüber.“ Dies sei besonders relevant, da die wirtschaftliche Dimension mittlerweile erheblich ist: In der Saison 2024/25 wurden rund 191 Millionen Euro Umsatz erzielt, wobei ein Großteil davon im Männerbereich generiert wurde.
Selbstzweifel des Ex-Trainers
In einem anderen Kontext äußerte sich der ehemalige Trainer Urs Fischer und gestand Selbstzweifel: „Hast du das überhaupt noch drauf?“
Quellen: Berliner Zeitung
Bildquelle: Echo Media Group / Union Berlin