Marie-Louise Eta: Inspiration für Mädchen und Frauen im Fußball
Marie-Louise Eta hat bei Union Berlin eine wegweisende Rolle eingenommen. Die Trainerin möchte als Vorbild fungieren und betont, dass Veränderungen Zeit erfordern.
Mit ihrem erfolgreichen Engagement in der Fußball-Bundesliga strebt Trainerin Marie-Louise Eta an, nachfolgende Generationen zu motivieren. „Meine Geschichte zeigt, dass im Leben alles möglich ist“, äußerte Eta in einem Interview. „Es wäre großartig, wenn ich Mädchen und Frauen dazu anregen kann, ähnliche Wege zu gehen und sich in Zukunft noch mehr Möglichkeiten zu eröffnen.“
Die 34-Jährige übernahm bei Union Berlin als erste Frau eine Männer-Bundesligamannschaft, nachdem Steffen Baumgart entlassen wurde. In ihren fünf Spielen als Cheftrainerin sicherte sie mit den Eisernen den Klassenerhalt. Ihr Abschied wurde durch den ersten Heimsieg gegen den FC Augsburg (4:0) nach dem Premierenerfolg beim FSV Mainz 05 (3:1) gefeiert.
Vorfreude auf neue Herausforderungen
Für die kommende Saison wird Eta wie geplant die Frauenmannschaft von Union Berlin leiten. Auf den Wechsel blickt sie ohne Bedauern. „Ich bin dankbar für die Zeit, die ich hatte, und freue mich auf meine neue Aufgabe“, erklärte sie.
„Ich sehe mich als Fußballtrainerin, die Spiele gewinnen will, so wie meine männlichen Kollegen auch“, sagte Eta und fügte hinzu: „Als Trainerin werde ich nicht daran gemessen, ob ich eine historische Figur bin, sondern an gewonnenen Punkten.“
Der langsame Wandel im Frauenfußball
Die medienwirksame Rolle als Frau im Fußball war für Eta nicht angestrebt. „Diese Rolle wurde mir von außen zugeschrieben“, betonte sie. Der Wandel hin zu mehr Frauen in Führungspositionen im Fußball erfordere Zeit. „Es ist wichtig zu bedenken, dass Frauenfußball in Deutschland lange Zeit ein gesellschaftliches Tabu war. Über viele Jahre hinweg sind Vorurteile entstanden, die teilweise noch heute bestehen“, erläuterte Eta.
„Der DFB hatte Frauen bis 1970 das Spielen im Verein verboten. Erst 1974 wurde die erste deutsche Meisterschaft für Fußballerinnen ausgetragen – zu einem Zeitpunkt, als die Männer gerade zum zweiten Mal Weltmeister geworden waren. Wir Frauen kämpfen immer noch gegen die überholten Rollenbilder von früher.“
Quellen: SPORT1
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