Matheo Raab erlebte am Sonntagabend einen unvergesslichen Moment in seiner Karriere. Bei dem späten 1:0-Sieg von Union Berlin gegen den SC Freiburg stand der ehemalige Torhüter des Hamburger SV erstmals in einem Bundesliga-Spiel zwischen den Pfosten. Der 27-Jährige avancierte sofort zum Matchwinner, indem er mit herausragenden Paraden in der 16-minütigen Nachspielzeit den Sieg für die Berliner sicherte. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff konnte Raab seine Emotionen nicht zurückhalten und brach in Tränen aus.
Debüt und entscheidende Paraden
Matheo Raab feierte sein Bundesliga-Debüt für Union Berlin und zeigte dabei eine beeindruckende Leistung. Mit seinen glänzenden Paraden sicherte er den Sieg für sein Team. Zuvor hatte Raab bereits 18 Spiele für den HSV in der 2. Bundesliga absolviert, bevor er im Sommer zu Union Berlin wechselte. Dort war er zunächst nur als Ersatzkeeper vorgesehen, bis er am Sonntag die Chance erhielt, sich zu beweisen, nachdem Stammtorwart Frederik Rönnow aufgrund von Fußproblemen ausfiel.
Verletzung während des Spiels
„Ich freue mich unheimlich über mein Bundesliga-Debüt und darüber, der Mannschaft am Ende so zu helfen“, äußerte Raab nach dem Spiel bei DAZN und lobte seine Teamkollegen: „Die haben nichts zugelassen und es mir so leicht gemacht, ins Spiel zu kommen. Ich bin einfach nur unheimlich glücklich.“ Trotz seiner Freude musste Raab jedoch auf seine verletzte Hand hinweisen, die nach einem entscheidenden Einsatz in der Nachspielzeit dick bandagiert war. Bei einem Versuch, den Ball gegen Bruno Ogbus zu klären, war seine Hand mit dem Kopf des Gegenspielers zusammengestoßen, was zu einer fast sechsminütigen Unterbrechung führte.
Die letzten Minuten des Spiels
„Ich habe in dem Moment nur noch Schmerzen gespürt“, berichtete Raab über die letzten Minuten des Spiels. „Wir konnten nicht mehr wechseln. Ich wollte die paar Minuten also einfach nur irgendwie noch zu Ende spielen. Also musste ich auf die Zähne beißen. Es nützt ja nichts. Handschuh wieder anziehen und das Ding über die Bühne bringen.“ Raab hielt in der Nachspielzeit noch einmal glänzend gegen Jan-Niklas Beste (90.+11) und sicherte damit den Sieg für Union Berlin.
Emotionale Reaktionen nach dem Abpfiff
Nach dem Abpfiff sackte der Keeper glücklich zusammen und ließ sich von seinen Mitspielern feiern. Trainer Steffen Baumgart, der Raab aus ihrer gemeinsamen Zeit beim HSV kennt, nahm ihn in den Arm und tröstete ihn lange. Auch eine Fotografin kam zu ihm, legte ihre Kamera ab und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. „Da war ganz viel Adrenalin“, erinnerte sich Raab an die letzten Minuten des Spiels. „Und es war der unbedingte Wille, der Mannschaft zu helfen. Ich habe so lange auf den Moment gewartet und den wollte ich mir nicht nehmen lassen …“ An dieser Stelle musste Raab das Interview unterbrechen, da ihm die Stimme versagte und er erneut Tränen in den Augen hatte.
Vertrauen des Trainers und Charakterstärke
Nachdem er sich wieder gefangen hatte, betonte Raab: „Ich habe ja auch schon ein paar Zweit- und Drittligaspiele gemacht. Das ist auch nur Fußball, man muss das Drumherum und diesen Kindheitstraum ein bisschen ausblenden, um der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen.“ Besonders schätzte der Schlussmann „das große Vertrauen, obwohl ich noch nicht ein einziges Spiel gemacht habe“, und fügte hinzu: „Das tut mir einfach sehr gut.“
Trainer Baumgart hob hervor, dass er dieses Vertrauen in Raab zu Recht setze: „Matheo ist jemand, der immer wieder in seiner Karriere sehr starke Rückschläge kassiert hat. Er ist immer da, bleibt immer klar, bleibt immer ruhig. Auch von unserer Station vorher weiß ich: Egal, ob du ihn zur Nummer eins oder zur Nummer zwei machst – er ist ein absoluter Typ. Er gibt immer alles, was du als Trainer brauchst. Und das zeigt oft mehr Charakter.“
Ausblick auf die Verletzung
Nun bleibt abzuwarten, wie schwer die Verletzung an Raabs rechter Hand tatsächlich ist. „Es sieht nicht so gut aus“, gestand der Keeper selbst. „Wir werden es morgen untersuchen und müssen dann mal schauen.“ Für den Moment jedoch wird Raab sein gelungenes Bundesliga-Debüt in vollen Zügen genießen.
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