Die Fans des FC Carl Zeiss Jena mussten am Sonntag aufgrund eines Polizeieinsatzes eine verzögerte Rückreise aus Berlin in Kauf nehmen.
Nach dem Regionalliga-Spiel zwischen Hertha BSC II und dem FC Carl Zeiss Jena kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der aktiven Fanszene der Thüringer und den Beamten. Laut Berichten wurden neun Polizisten verletzt, die jedoch ihren Dienst ohne Unterbrechung fortsetzen konnten. Ein Fanbetreuer der Jenaer, der versuchte zu schlichten, wurde nach einem Schlag gegen den Kopf ins Krankenhaus eingeliefert.
Der Polizeieinsatz
Wie die Berliner Polizei gegenüber der B.Z. erläuterte, wurden die Jena-Fans vom Stadion zu ihren Bussen eskortiert. Aus der Menge sollen wiederholt „erhebliche Beleidigungen“ geäußert worden sein, was dazu führte, dass die Beamten die Gruppe anhalten mussten. In der Folge kam es zu Attacken auf die Polizisten, bei denen auch eine Ausrüstung, einschließlich eines Polizeihelms, entwendet wurde.
Unter den Jena-Fans, die in Berlin anwesend waren, wurden fünf vorübergehend festgenommen. Die Ermittlungen laufen wegen Verdachts auf Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, sowie Angriff und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.
Vorwürfe der Jenaer Fans
Die „Blau-gelb-weiße Fanhilfe“ aus Jena äußerte, dass der Aufzug der Fans „ohne ersichtlichen Grund“ gestoppt worden sei, bevor die Situation eskalierte. In ihrem Statement wird berichtet, dass Menschen auf den Boden gedrückt oder in die Busse gedrängt wurden.
Die Fans weigerten sich zunächst, in die Busse zu steigen, da sie die Festnahmen nicht akzeptierten, und forderten zudem die Rückgabe des entwendeten Helms. Nach einem ungewöhnlichen „Gefangenenaustausch“ – Fans gegen Helm – erhielten die rund 400 Jena-Anhänger schließlich die Erlaubnis, nach Hause zu fahren, und brachten drei Punkte im Gepäck mit.