Hertha BSC ist der einzige Profiklub in Deutschland, der bislang keinen Neuzugang verzeichnen kann. In weniger als vier Wochen beginnt die neue Zweitligasaison mit dem ersten Spiel gegen den VfL Bochum am 7. August um 20:30 Uhr. Während die Bochumer bereits acht neue Spieler verpflichtet haben, bleibt der Transfermarkt für die Berliner nahezu leer.
Alle anderen Vereine der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga haben sich bereits verstärkt. So hat der Zweitligist Eintracht Braunschweig zehn neue Spieler verpflichtet, während der Aufsteiger Cottbus acht Neuzugänge verzeichnen kann. Bei Hertha hingegen gibt es aufgrund von finanziellen Einschränkungen keine Aktivitäten auf dem Transfermarkt.
Der Verein hat jedoch erhebliche Einnahmen erzielt: Der Topscorer Fabian Reese wechselte für acht Millionen Euro zu Wolfsburg, nachdem er in der vergangenen Saison zehn Tore erzielt und 13 Vorlagen gegeben hatte. Zudem wurde das Talent Kennet Eichhorn für knapp neun Millionen Euro an Bayer Leverkusen verkauft, und Spielmacher Michael Cuisance wechselte für fünf Millionen Euro nach Frankreich zu Lens. Trotz dieser Einnahmen scheint es nicht möglich zu sein, neue Spieler zu verpflichten. Trainer Stefan Leitl sieht sich gezwungen, den ausgedünnten Kader, der elf Abgänge verzeichnete, mit acht Nachwuchsspielern aufzufüllen.
Ein besonders kritisches Problem stellt die linke Abwehrseite dar, da Hertha keinen gelernten Linksverteidiger im Kader hat. Im Testspiel gegen den SV Lichtenberg, das mit 9:0 gewonnen wurde, musste Gustav Christensen, der eigentlich als offensiver Flügelspieler agiert, aushelfen. Später wurde er durch Mayson Grothe ersetzt, der zwar Linksverteidiger ist, jedoch in der U19 von Hertha erst drei Spiele absolviert hat.
Auf eine Anfrage zur Situation bezüglich neuer Spieler antwortete Leitl, dass er davon ausgehe, dass bald etwas geschehen werde. Er äußerte den Wunsch, dass dies idealerweise vor dem Trainingslager geschehen könnte.
Am 17. Juli reist Hertha ins Trainingslager nach Kitzbühel. Der Trainer betonte, dass man an der Situation arbeite und hoffe, bald Neuigkeiten verkünden zu können. Es sei notwendig, einige Positionen zu besetzen, um das Vakuum zu schließen.
Die Situation im Sturm ist ebenfalls angespannt. Der von Werder Bremen ausgeliehene Mittelstürmer Dawid Kownacki hat den Verein verlassen, und Luca Schuler fällt aufgrund einer Adduktorenverletzung auf unbestimmte Zeit aus. Aktuell stehen nur noch Sebastian Grönning, der in der letzten Saison als Mittelstürmer Nummer drei agierte, und das Talent Niklas Hildebrandt zur Verfügung.
Zusätzlich gibt es Unsicherheiten bezüglich der Zukunft von Torwart Tjark Ernst, Verteidiger Linus Gechter und Flügelflitzer Marten Winkler, die möglicherweise den Verein verlassen könnten. Leitl erklärte, dass man vorbereitet sein müsse, um auf solche Abgänge reagieren zu können.
Quellen: B.Z., Bild