Anne Noske, die stellvertretende Präsidentin von Hertha BSC, setzt sich für eine stärkere Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen im Fußball ein. Im Vorfeld der Mitgliederversammlung am Samstag äußerte sie sich zu den Herausforderungen und Chancen für Frauen in der Männerdomäne Fußball.
Noske, die vor einem Jahr als erste stellvertretende Präsidentin in der Vereinsgeschichte gewählt wurde, betont, dass es dringend mehr Frauen in ehrenamtlichen und hauptamtlichen Positionen im Fußball benötigt. Sie verweist auf die geringe Anzahl weiblicher Mitglieder in den Führungsetagen der 1. und 2. Liga sowie beim DFB und der DFL und sieht hier erhebliches Entwicklungspotenzial.
„Mit Frauen gewinnst du eine andere Perspektive“, erklärt Noske. Sie kritisiert die vorherrschende männliche Dominanz im Fußball und fordert eine stärkere Einbindung von Frauen in alle Gremien des Vereins. Aktuell ist sie die einzige Frau im Präsidium von Hertha BSC, während Barbara Wegner-Ottow im Ältestenrat tätig ist. Noske wünscht sich, dass mehr Frauen sich für die Gremien bewerben, um eine ausgewogenere Vertretung zu erreichen.
Sie hebt hervor, dass viele Frauen zögern, sich im Fußball zu engagieren, oft aus Angst, nicht über die nötige Expertise zu verfügen. Noske ermutigt Frauen, diesen Schritt zu wagen, unabhängig von ihrer bisherigen Erfahrung im Fußball.
Derzeit beträgt der Frauenanteil unter den 60.000 Hertha-Mitgliedern nur rund 20 Prozent. Noske plant, durch gezielte Initiativen und Angebote, wie einen Frauenstammtisch, mehr Frauen für den Verein zu gewinnen und deren Sichtbarkeit zu erhöhen.
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