Nach dem 1:0-Auswärtssieg in Kaiserslautern herrscht bei Hertha BSC große Freude. Der Kapitän Fabian Reese sprintete jubelnd in Richtung Fankurve, gefolgt von seinen begeisterten Mitspielern.
„Wir sind als Mannschaft in toller Form, kämpfen, machen und tun – und werden dafür belohnt“, äußerte sich der Siegtorschütze Luca Schuler. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nun nur noch drei Punkte. Nach einem schwierigen Saisonstart in der 2. Fußball-Bundesliga erscheint das Aufstiegsziel wieder in greifbarer Nähe. „Momentan sind wir auf einem sehr guten Weg“, ergänzte Reese.
Hertha hat nun vier Pflichtspiel-Siege in Folge erzielt, und das ohne Gegentor – eine Premiere seit dem Abstieg vor gut zwei Jahren. Ein Grund für den positiven Trend ist, dass Reese nicht mehr als alleiniger Leistungsträger agieren muss.
Trainer Stefan Leitl hat trotz der Rückschläge im Spätsommer ein starkes Team geformt, das auf mehreren Säulen basiert.
In Kaiserslautern zeigte Torwart Tjark Ernst eine beeindruckende Leistung und sicherte mit mehreren Paraden den Sieg. In dieser Saison hat der frühere U-21-Schlussmann bereits neun Mal zu null gespielt. „Wie wir verteidigen, ist bärenstark“, sagte Ernst über die kollektive Defensivarbeit. „Ich bin sehr happy“, fügte er hinzu.
Im defensiven Mittelfeld sind die Spieler Diego Demme und Paul Seguin, die zu Saisonbeginn fehlten, wieder fit und stabilisieren das Team um das 16-jährige Supertalent Kennet Eichhorn.
Michael Cuisance zeigt als Zehner, dass seine Karriere in Berlin eine positive Wendung nehmen kann, wenn ihm Vertrauen und Freiräume gegeben werden.
Im Sturm tragen auch Schuler und Sebastian Grönning (je drei Tore) zur Offensive bei, während Reese bisher zwei Tore erzielt hat.
Trotz der Euphorie in der Hauptstadt bleibt Trainer Leitl fokussiert. Er hätte sich in Kaiserslautern einen beruhigenden zweiten Treffer gewünscht. „Nach 60, 65 Minuten muss das Ding hier erledigt sein“, sagte er. Das konsequente Ausspielen von Umschaltmomenten bleibt ein zu verbesserndes Element.
Mit nur drei Punkten Rückstand auf Platz drei ist die Ausgangslage vielversprechend. Dennoch bleibt Hertha aktuell auf dem achten Platz, da vier Teams den Abstand zur Aufstiegszone wahren. Diesen gilt es bis zur kurzen Winterpause zu verkleinern.
Der Spielplan stellt eine Herausforderung dar, da Hertha in den nächsten fünf Spielen bis Weihnachten nur gegen Mannschaften spielt, die derzeit hinter ihnen in der Tabelle stehen. Anschließend folgt ein anspruchsvoller Start in die Rückrunde, wo die ersten sechs Gegner auf den Plätzen eins bis sechs liegen.
Bildquelle: Depositphotos