Anne Noske, die erste stellvertretende Präsidentin des Berliner Fußballvereins Hertha BSC, setzt sich leidenschaftlich für mehr Frauen in allen Gremien des Fußballs ein. In einem Interview betont sie die Notwendigkeit, die Präsenz von Frauen im Männerfußball zu erhöhen, um neue Perspektiven und Sichtweisen einzubringen. Noske, selbst Mutter und Berufstätige, ermutigt Frauen, sich ehrenamtlich oder hauptamtlich im Fußball zu engagieren, und hebt hervor, dass fehlende Spielerfahrung kein Hindernis darstellt.
Key Takeaways
- Mehr Frauen in Fußballgremien bringen neue Perspektiven.
- Fehlende Spielerfahrung ist kein Hinderungsgrund für Engagement.
- Hertha BSC plant Maßnahmen zur Gewinnung weiblicher Mitglieder.
Frauen als Bereicherung für den Fußball
Noske, die seit einem Jahr als stellvertretende Präsidentin von Hertha BSC tätig ist, hat seit ihrer Wahl eine Welle der Unterstützung von Mädchen und Frauen erfahren. Sie betont, dass die Einbindung von Frauen in Führungspositionen nicht nur den Frauenfußball stärkt, sondern auch die gesamte Fußballkultur bereichert. "Mit Frauen gewinnst du eine andere Perspektive, eine weitere Sicht. Frauen stellen andere Fragen, haben andere Blickwinkel", erklärt Noske. Sie kritisiert die bisherige Männerdominanz in vielen Bereichen des Fußballs als "nicht mehr zeitgemäß und modern".
Hürden und Ermutigung für Frauen im Fußball
Ein häufiges Hindernis, das Noske identifiziert, ist die Unsicherheit vieler Frauen bezüglich ihrer Fußballkompetenz. Sie räumt mit diesem Vorurteil auf und betont, dass Engagement und Lernbereitschaft wichtiger sind als eine frühere Spielerkarriere. Noske selbst hat nie Fußball gespielt, aber durch ihre zwölfjährige Tätigkeit als Pressesprecherin bei Hertha BSC tiefgreifende Kenntnisse der Vereinsstrukturen erworben. Sie ermutigt Frauen mit grundlegendem Interesse am Fußball, sich aktiv einzubringen, sei es ehrenamtlich in Gremien oder in hauptamtlichen Positionen.
Hertha BSC fördert weibliches Engagement
Aktuell ist neben Noske nur eine weitere Frau, Barbara Wegner-Ottow im Ältestenrat, in den Gremien von Hertha BSC vertreten. Noske wünscht sich eine stärkere weibliche Besetzung, insbesondere im Aufsichtsrat, Vereinsgericht und Revisionsausschuss, wo derzeit nur Männer sitzen. Der Verein plant, weibliche Mitglieder durch attraktivere Angebote, Initiativen wie einen Frauenstammtisch und spezielle Sprechstunden stärker einzubinden. Die kürzlich veröffentlichte Dokumentation über die weiblichen Teams auf dem YouTube-Kanal des Vereins soll ebenfalls zur Sichtbarkeit und Akzeptanz des Frauenfußballs beitragen. Der Frauenanteil unter den rund 60.000 Hertha-Mitgliedern liegt derzeit bei etwa 20 Prozent.