Ultras planen eine Demonstration, während am Wochenende die 1. und 2. Bundesliga pausiert. Vor dem Zweitliga-Spiel zwischen Hertha und Dynamo werden Polizeibusse die Fanlager voneinander trennen. Zahlreiche Ultras-Gruppierungen aus Deutschland haben sich in Leipzig versammelt, um gegen die verschärften Sicherheitsmaßnahmen der Innenminister der Länder zu protestieren.
In Sicherheitskreisen besteht Besorgnis, da auch rivalisierende Fangruppen anreisen und unklar ist, ob es bei der Großdemonstration zu Ausschreitungen kommen könnte. Die Fans mobilisieren sich gegen die Überlegungen der Innenministerkonferenz, die unter anderem die Einführung personalisierter Tickets, den Einsatz von Gesichtserkennung und die Schaffung einer bundesweiten Stadionverbotskommission beinhalten.
In einem gemeinsamen Aufruf der Fanzsenen Deutschland äußern die Ultras: „Mit einer Null-Toleranz-Linie sowie der Gleichsetzung von Pyrotechnik mit Gewalt und Bedrohung zeigt die Gegenseite eindrucksvoll, dass jegliches Verständnis für Fankultur fehlt.“
Die Ultras kritisieren zudem die Einsatzzeiten der Bereitschaftspolizei und fordern eine Reduzierung dieser. Sie blenden dabei aus, dass es vor und im Stadion nicht immer friedlich zugeht und es bei Hochrisikospielen häufig zu Konflikten zwischen verfeindeten Fangruppen kommt.
Der Fanmarsch in Leipzig wird vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Montag, den 20. November, stattfinden. Unter den mobilisierenden Ultras sind das Commando Cannstatt 1997 (Stuttgart), K-Block (Dynamo Dresden) und die Südkurve München (FC Bayern). Einige andere Ultra-Gruppierungen, wie die Nordkurve Nürnberg, informieren ihre Anhänger über die Demo, rufen jedoch nicht aktiv zur Teilnahme auf.
Der Protest mit dem Titel „Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur!“ wurde von einem Stuttgarter angemeldet. Die Route der Demonstration führt von der Goethestraße über den Augustusplatz und den Innenstadtring zurück zur Goethestraße und ist von 11:30 bis 15:00 Uhr angesetzt. Die Ultras sind aufgefordert, in ihren Vereinsfarben zu erscheinen. Leipzigs Polizeisprecher Moritz Peters kündigte an, dass ein Polizeieinsatz geplant sei, um das Versammlungsrecht zu gewährleisten.
Die Ultra-Anführer rufen die Teilnehmer dazu auf, auf „Pyrotechnik und Vermummungsgegenstände“ zu verzichten und respektvoll gegenüber der Stadt Leipzig sowie anderen Fans zu agieren. Sicherheitskreise befürchten, dass mehr als 10.000 Ultras an der Demonstration teilnehmen könnten, da auch die Nordtribüne des HSV und die Südkurve des 1. FC Köln zur Teilnahme aufrufen. Auch die Ultras des 1. FC Union Berlin und von Hertha BSC haben ihr Interesse bekundet.
Sachsens Innenminister Armin Schuster äußerte, dass das Engagement der Teilnehmer für die Mehrheit der Fußballfans, die Spiele in einem familiären Rahmen genießen möchten, begrüßenswert sei. Der Zeitpunkt der Demonstration ist strategisch gewählt, da in der Sitzung der Innenministerkonferenz im Dezember ein Sachstandsbericht zur Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ vorgestellt werden soll, mit einer Vorbesprechung am 18. und 19. November in Berlin. Die Ultras befürchten, dass es nicht nur bei Ankündigungen bleibt, sondern dass konkrete Maßnahmen beschlossen werden.
Bildquelle: Pexels / Pexels User