Die Spieler von Hertha BSC feierten mit ihren loyalen Anhängern in der Ostkurve den Sieg über Dynamo Dresden im ausverkauften Olympiastadion. In den letzten zwei Wochen besuchte ich zweimal das Berliner Olympiastadion, zunächst beim Zweitligaspiel Hertha gegen Dresden (2:0) vor 70.000 Zuschauern und anschließend beim NFL-Spiel zwischen den Indianapolis Colts und den Atlanta Falcons (31:25) mit 72.203 Besuchern.
Bereits bei den Einlasskontrollen wurde deutlich, dass ich mir beim Fußball ein ähnliches Gefühl wie beim Football wünschen würde. Während die Anhänger von Dynamo Dresden von Wasserwerfern und Polizeikräften empfangen wurden und durch Zäune von den Hertha-Anhängern getrennt wurden, war beim Football keine Polizeipräsenz erforderlich.
Ein Hochrisiko- und ein Nullrisiko-Spiel.
Die Atmosphäre beim Football war entspannt, Fans verschiedener Teams posierten friedlich vor dem NFL-Spiel im Olympiastadion. Im Gegensatz dazu kam es beim Spiel Hertha gegen Dresden zu Auseinandersetzungen zwischen den Fans, was zu 30 Festnahmen führte.
Die zunehmende Angst vor Krawallen beeinträchtigt vor allem die regulären Stadionbesucher im Fußball, nicht nur in Deutschland. In der vergangenen Woche wurden beispielsweise in Paris unschuldige Bayern-Anhänger schikaniert und mussten sich an einer Mautstelle mit nur einer Toilette für 750 Fans treffen. In Nizza wurden Freiburg-Anhänger in ihren Bussen 90 Minuten festgehalten. In Neapel wurden Frankfurt-Fans nach Ausschreitungen vor zwei Jahren erneut ausgeschlossen, und in Stuttgart mussten VfB-Fans befürchten, von Hooligans aus Feyenoord belästigt zu werden.
Die Entwicklung ist besorgniserregend.
Im Gegensatz dazu verlief das Football-Spiel am Sonntag friedlich, was Hoffnung für die WM 2026 in Kanada, den USA und Mexiko weckt. Die Kombination aus amerikanischem Showtalent, der Leidenschaft der Südamerikaner und der tief verwurzelten Fankultur aus Europa könnte ein Turnier hervorbringen, das seit der WM 2014 in Brasilien nicht mehr erlebt wurde, weder 2018 in Russland noch 2022 in Katar.
Die intensive Stimmung beim Fußball, die mich auch beim Spiel Hertha gegen Dresden beeindruckte, kombiniert mit der Friedlichkeit beim Football, wäre eine wünschenswerte Entwicklung.
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