Auf der Mitgliederversammlung von Hertha BSC am Samstag (11 Uhr, Messe Berlin) stehen die Wahlen für den Revisionsausschuss, den Ältestenrat und das Vereinsgericht an. Besonders emotional wird die Vorstellung eines Kandidaten, da Erinnerungen an den am 16. Januar 2024 verstorbenen Präsidenten Kay Bernstein (†43) wach werden.
Peter Gayda (79), seit 40 Jahren Mitglied bei Hertha und ehemaliger Vizepräsident sowie Mitglied des Wirtschaftsrat, wurde vom Präsidium für den Ältestenrat nominiert. Bei seiner Vorstellungsrede plant Gayda, die blaue Hertha-Trainingsjacke zu tragen, die zum Markenzeichen Bernsteins geworden ist.
Gayda äußerte: „Das stimmt! Das ist eine tolle Jacke, die ich nie mehr hergeben werde. Ich trage sie in Gedenken an Kay, mit dem ich befreundet war und der unseren Verein nach seiner Wahl 2022 wieder befriedet und in der Stadt hoffähig gemacht hat. Er hat viel Positives geleistet und große Verdienste für Hertha BSC. Er war besonders, hat die Leute mitgenommen. Sein Tod ist tragisch! Sein Fehlen ist ein großer Verlust.“
Bereits im Wahlkampf hatte Gayda, der einen von mehreren Wohnsitzen in Florida hat, Bernstein unterstützt. Nach der Wahl im Sommer 2022 waren sie bei mehreren Hertha-Spielen im Olympiastadion als Jacken-Zwillinge zu sehen und tauschten sich regelmäßig aus.
Eine Anekdote von Gayda: „Als Kay in Florida war, um den Deal mit Investor 777 abzuschließen, hatte er seine Jacke vergessen. Er zog einfach meine hellblaue Hertha-Jacke an, mit der er dann auf dem Foto nach Abschluss des Deals posierte.“
Diese Jacke wird Gayda stolz bei der Mitgliederversammlung tragen. Trotz der aktiven Fanszene, die gegen Investoren wie 777 ist, war der Deal über 100 Millionen Euro zu diesem Zeitpunkt überlebenswichtig für den Verein, dem die Insolvenz drohte.
Gayda hat Hertha in der Vergangenheit bereits vor dem Ende gerettet. Im Herbst 1985 übernahm er in turbulenten Zeiten den Posten unter dem damaligen Präsidenten Heinz Roloff (verstorben 1998). Nach dem Abstieg in die 3. Liga rettete das Duo die Lizenz mit hohen Bankbürgschaften und bezahlte die Spieler teilweise aus eigener Tasche.
Nach zwei Aufstiegen in die Bundesliga hielt Gayda sein Versprechen und wanderte 1990 nach Florida aus. Er betonte: „Hertha blieb aber immer ein Teil meines Lebens, meine große Liebe. Ich möchte helfen, dass der Klub wieder dorthin kommt, wo er hingehört. Nach oben!“
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