Nach der jüngsten Niederlage gegen Magdeburg (0:1) hat der Trainer von Hertha BSC, Stefan Leitl, eine deutliche Ansage gemacht. Diese Situation hat sich bereits seit den vorherigen sieglosen Spielen gegen Kiel (0:1), Braunschweig (1:1) und Kaiserslautern (0:1) angedeutet. Die Spannungen zwischen dem Team und dem Trainer haben einen Punkt erreicht, an dem eine Entladung notwendig scheint.
Ein Beispiel für die angespannte Lage ist das Spiel gegen Braunschweig am 19. April, in dem Hertha bis zur 78. Minute mit 1:0 führte, aber den Sieg und die damit verbundene Aufstiegschance leichtfertig verspielte. Nach diesem Spiel holte sich der Trainer die drei Kapitäne Fabian Reese, Toni Leistner und Deyovaisio Zeefuik vor die Mannschaft und forderte von ihnen mehr Führungsstärke. Gleichzeitig appellierte er an das gesamte Team, trotz der verpassten Aufstiegschancen in den verbleibenden Spielen die volle Leistungsbereitschaft zu zeigen.
Leitl fordert mehr Einsatz von den Kapitänen
Im darauffolgenden Heimspiel gegen Kiel dominierte Hertha zwar mit 23:6 Torschüssen, verlor jedoch unglücklich mit 0:1. Die Serie der erfolglosen Spiele setzte sich fort und erreichte mit der Niederlage in Magdeburg einen neuen Höhepunkt. Wieder blieb Hertha ohne eigenen Treffer, und der Trainer wechselte Kapitän Reese vorzeitig aus. Nach dem Spiel äußerte Leitl, dass es bereits zur Halbzeit laut gewesen sei und er sehr verärgert sei. Er kündigte an, dass es ein Donnerwetter geben werde, da er eine solche Vorstellung von seiner Mannschaft nicht mehr akzeptieren könne.
Die Auswechslung von Reese sorgte für Unverständnis unter den Spielern. Reese ist der erfolgreichste Angreifer des Teams mit 10 Toren und 12 Vorlagen und spielt eine zentrale Rolle in der Offensive. Leitl warf ihm jedoch vor, in der Defensive nicht genug Intensität gezeigt zu haben. Dies wurde besonders deutlich beim Gegentor zum 0:1, als Reese in der Rückwärtsbewegung nicht energisch genug agierte.
Unmut unter den Spielern und Reservisten
Die Entscheidung, Reese in der 68. Minute auszuwechseln, sorgte für Irritationen im Team. Ohne den Offensivspieler gelang es Hertha nicht mehr, gefährliche Aktionen zu kreieren. Trotz der kurzen Spielzeit hatte Reese die meisten Torschüsse (2), Flanken (6), Dribblings (6) und die zweithöchste Anzahl an Sprints (16) im Team.
Zusätzlich äußerten sich auch andere Spieler unzufrieden über die Entscheidungen des Trainers. Insbesondere die Reservisten, die sich im Saisonendspurt Hoffnungen auf Einsätze gemacht hatten, sind unzufrieden. Pascal Klemens, der auf Wunsch von Leitl seinen Vertrag bis 2028 verlängert hatte, saß weiterhin auf der Bank, obwohl die reguläre Doppelsechs in Magdeburg gesperrt war. Leon Jensen konnte ebenfalls nicht wie erhofft in den Kader aufgenommen werden.
Leitl steht vor Herausforderungen vor dem letzten Heimspiel
Vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Fürth hat Trainer Leitl einige Probleme zu lösen. Es bleibt abzuwarten, ob er in der Lage ist, in der Mannschaft wieder ein positives Klima zu schaffen. Andernfalls könnte ein heißer Sommer für alle Beteiligten bevorstehen.
Quellen: B.Z., stern