In Berlin sind die Alarmglocken laut zu hören. Der Kaderwert von Hertha BSC ist in kurzer Zeit drastisch gesunken. Der Marktwert des Zweitligisten fiel von 62,28 Millionen Euro am Ende der letzten Saison auf 22,08 Millionen Euro (Stand 20. Juli). Diese Entwicklung sorgt bei den Fans für Besorgnis, da der Verein einen beispiellosen Ausverkauf erlebt hat.
Bereits zwölf Spieler haben den Verein verlassen, darunter Kapitän Fabian Reese, der für acht Millionen Euro zu Wolfsburg wechselte. Auch der beste Torwart der 2. Liga, Tjark Ernst, wurde für fünf Millionen Euro an Feyenoord Rotterdam verkauft. Zudem verließen das Team Talente wie Kennet Eichhorn, der für neun Millionen Euro zu Leverkusen wechselte, und Michaël Cuisance, der für fünf Millionen Euro zu Lens ging. Weitere Abgänge sind Toni Leistner, Diego Demme, Jeremy Dudziak, John Brooks und Tim Hoffmann, während Michal Karbownik nach Istanbul wechselte. Auch die Leihspieler Maurice Krattenmacher und Dawid Kownacki konnten nicht gehalten werden.
Der Grund für diesen massiven Abgang ist die neue finanzielle Strategie von Hertha, die einen strikten Sparkurs umfasst. Der Verein steht unter genauer Beobachtung der Liga, nachdem er in den letzten drei Jahren ein wachsendes negatives Eigenkapital aufgebaut hat. Ein möglicher Abzug von drei Punkten zur neuen Saison wurde diskutiert. Der Verkauf von Kapitän Reese vor dem Ende des alten Geschäftsjahres könnte mit dieser Situation zusammenhängen. Hertha BSC muss in dieser Transferperiode einen Überschuss von 15 Millionen Euro erzielen. Positiv ist, dass die Transferbilanz aktuell mit 27 Millionen Euro im Plus ist, abzüglich der Beraterprovisionen.
Um den Personaletat von etwa 30 Millionen Euro auf rund 20 Millionen Euro zu reduzieren, wurde der Kader stark verkleinert. Dies führte zu einem historischen Tiefpunkt des Kaderwerts von 22,08 Millionen Euro, was den niedrigsten Wert seit 2004 darstellt. Der vorherige Tiefpunkt lag in der Saison 2012/13 bei 37,68 Millionen Euro, während der höchste Wert in der Saison 2020/21 bei 228,88 Millionen Euro lag.
Der Verlust des Kaders könnte sich weiter erhöhen. Marten Winkler hat seinen Wechselwunsch geäußert, während auch Linus Gechter und Marton Dardai als potenzielle Abgänge gelten. Im Gegensatz dazu hat Hertha als einziger Profiklub in Deutschland bislang keinen externen Neuzugang verpflichtet. Stattdessen wurden sieben Talente aus der eigenen Jugend in die Profimannschaft hochgezogen. Der Traditionsverein hat es schwer, potenziellen Neuzugängen attraktive Angebote zu machen. Anfragen nach Spielern wie Noah Darvich, Marcus Mathisen, Deniz Zeitler und Paulo Otávio blieben erfolglos.
Trainer Stefan Leitl hat betont, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Er fordert, dass der Verein aktiv wird, um die Kaderstruktur zu verbessern. Aktuell sind bereits viele junge Spieler im Team, und das Risiko eines misslungenen Saisonstarts soll vermieden werden. Leitl hat klare Vorstellungen, und es liegt nun am Verein, diese umzusetzen.
Ein dringender Bedarf besteht insbesondere auf der Position des Linksverteidigers. Filip Brekalo wird derzeit bei den Profis getestet, während auch ein Mittelstürmer gesucht wird. Ein möglicher Kandidat ist der schwedische Nationalspieler Gustaf Nilsson, dessen Verein Club Brügge bereit ist, ihn zu verleihen. Zudem wird ein Torwart gesucht, wobei Florian Kastenmeier als potenzieller Neuzugang galt, jedoch einen Wechsel ins Ausland bevorzugt.
Es steht fest, dass Hertha BSC nicht nur finanziell, sondern auch sportlich vor großen Herausforderungen steht.
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Quellen: B.Z., SPORT1
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