Wie kam es dazu, dass Alba Berlin eine solch beeindruckende Erfolgsserie hinlegt? Vor wenigen Monaten war die Zukunft des Vereins ungewiss, als der Kader stark verkleinert und neue, weniger bekannte Spieler verpflichtet wurden. Statt in der Euroleague, der Königsklasse des Basketballs, konkurrierte der Klub in der drittklassigen Champions League. Die Strategie lautete: sparen, sparen, sparen. Dies führte zu einem holprigen Saisonstart, in dem Alba drei der ersten vier Spiele verlor. Hieß das, eine weitere Katastrophensaison für die Berliner? Nicht ganz.
Inzwischen fegt das Team unter Trainer Pedro Calles die Gegner reihenweise vom Parkett und hat mittlerweile elf Pflichtspielsiege in Folge erzielt – darunter ein herausragender Sieg gegen den Meister FC Bayern München. Am Sonntag um 18 Uhr steht nun das Duell gegen die Hamburg Towers bevor, die mit einer Negativserie von insgesamt 24 Niederlagen zu kämpfen haben.
Gründe für den Erfolg
Für die Berliner Anhänger ist diese Siegesserie fast zu schön, um wahr zu sein, doch es gibt klare Gründe für den Erfolg.
Starke Verteidigung und mentale Stärke
- Die Defense steht: Trainer Calles hat eine starke Verteidigung aufgebaut, die hinter Bayern München nur die zweitwenigsten Punkte in der BBL zulässt. Die Spieler agieren als Einheit und schließen effektiv die Lücken. In ihrem letzten BBL-Spiel verhinderten sie, dass die Frankfurter eine Dreierquote über 31 Prozent erreichten.
- Starke Nerven: Kaderplaner Himar Ojeda äußerte nach dem Champions-League-Sieg gegen Elan Chalon, er sei stolz auf das Team, das in kritischen Momenten überzeugt hat. Vor wenigen Wochen entschied Alba ein Bundesliga-Duell gegen Chemnitz durch einen 17:0-Lauf für sich.
Junge Talente und entspannter Spielplan
- Talente liefern ab: Aufgrund eines reduzierten Budgets sind in dieser Saison viele junge Spieler gefordert. Sieben der regelmäßig eingesetzten Spieler sind Jahrgang 2000 oder jünger. Jack Kayil, ein 19-jähriger Spieler aus Neukölln, hat kürzlich beeindruckende Leistungen gezeigt.
- Günstiger Spielplan: Während Bayern München im dichten Euroleague-Spielplan ausgelastet ist, haben die Albatrosse seit ihrem Ausscheiden aus der Euroleague mehr Zeit für Regeneration und intensives Training, was den Spielern zugutekommt.
Offensive Ausgeglichenheit
Die offensive Balance im Berliner Kader ist bemerkenswert. Gleich vier Spieler erzielen zweistellige Punktzahlen, während ein weiterer, Malte Delow, mit 9,4 Punkten dicht an der zweistelligen Marke kratzt. Der überraschende Abgang des Topscorers Boogie Ellis wird durch die Nummern des Kollektivs kompensiert. Die kurze durchschnittliche Einsatzzeit von Martin Hermannsson zeigt, wie gut Coach Calles die Last verteilen kann. Die höchste Assist-Quote der BBL bekräftigt die ausgeglichene Offensive, die es den Gegnern erschwert, Alba zu stoppen.
Bildquelle: Bildquelle: Ahmed Slimene auf Unsplash