„Wie brutal schnell sich Rollen im Fußball ändern können, zeigt Herthas Hinrunde.“ Mit dieser Aussage lässt sich die derzeitige Lage des Berliner Vereins treffend zusammenfassen. Während einige Spieler große Erwartungen weckten, überraschten andere durch ihre Leistung.
Die drei Hertha-Stars, deren Saisonverlauf nicht den Erwartungen entsprach, stehen im Mittelpunkt dieser Betrachtung.
Fabian Reese: Vom Leistungsträger zum Mannschaftsdiener
Letzte Saison war Fabian Reese (28) mit zehn Toren in ebenso vielen Spielen Herthas Lebensversicherung. Sportdirektor Benjamin Weber belohnte ihn mit einem lukrativen Vertrag bis 2030, dessen Jahresgehalt auf 2 Millionen Euro geschätzt wird.
Die Fans hofften auf eine Fortsetzung seiner erfolgreichen Auftritte in dieser Spielzeit, doch es kam anders. Statt eines Torfeuerwerks fiel der Saisonauftakt für den Hertha-Kapitän enttäuschend aus: Probleme auf der Position als zentrale hängende Spitze führten dazu, dass Trainer Stefan Leitl (48) schließlich die Reißleine zog und Reese auf den Flügel zurückbeorderte. Aus der geplanten Reese-Show wurde ein körperlicher Einsatz für das Team, seine Assistzahl von 9 stellt jedoch den Bestwert in der 2. Liga dar.
Der unerwartete Aufstieg von Michał Karbownik
Michał Karbownik (24), der vor Beginn der Saison als Verkaufskandidat galt, wuchs im Laufe der Hinrunde und wurde plötzlich Stammspieler. Anfänglich wirkte er zwar unsicher, konnte sich jedoch kontinuierlich verbessern und sich einen festen Platz in der Startelf erkämpfen. Dies rückt umso mehr in den Fokus, da andere Spieler wie Julian Eitschberger (21) und Kevin Sessa (25) ihre Gelegenheiten nicht nutzen konnten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, sobald die verletzten Spieler wie Zeefuik (27) und Kolbe (29) zurückkehren. Die Wintervorbereitung wird für Karbownik entscheidend sein.
Michaël Cuisance: Ein Spielmacher unter Druck
Michaël Cuisance (26) dagegen hatte, ähnlich wie die gesamte Mannschaft, einen bescheidenen Saisonstart. Als Abräumer auf der Sechs eingesetzt, konnte er seine Fähigkeiten nicht zeigen, und das zentrale Mittelfeld wurde zur Problemzone für Hertha. Während seine Statistiken mit zwei Toren und sechs Vorlagen passabel erscheinen, mangelt es oft an Effizienz in seinen Aktionen.
Die Unflexibilität des Franzosen könnte es ihm schwer machen, den durch die Erwartungen geschaffenen Druck zu bewältigen. Die Frage bleibt, ob er sich als der erhoffte Schlüsselspieler für Hertha etablieren kann.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die turbulente Hinrunde der Hertha die Rollen dieser drei Stars deutlich durcheinanderwirbelte. Am Ende zählt jedoch nur eines: der angestrebte Aufstieg in die Bundesliga.
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