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In Berlin: Wie Smartwatches zur Gesundheitsüberwachung beitragen können

Interview Gesundheitsexpertin Sylvia Thun „Smartwatches sind ein wertvolles Werkzeug für jeden Menschen“ Audio: rbb|24 | 25.12.2025 | Sylvia Thun im Interview mit Lukas Witte |…

In Berlin: Wie Smartwatches zur Gesundheitsüberwachung beitragen können

Interview

Gesundheitsexpertin Sylvia Thun

„Smartwatches sind ein wertvolles Werkzeug für jeden Menschen“

Audio: rbb|24 | 25.12.2025 | Sylvia Thun im Interview mit Lukas Witte | imago images/Pond5 Images

In diesem Jahr dürften unter vielen Tannenbäumen erneut Smartwatches gelegen haben. Vor allem unter Hobbysportlern erfreuen sich diese praktischen Geräte wachsender Beliebtheit. Diese können dazu beitragen, die Trainingseinheiten zu optimieren. Sylvia Thun, Universitätsprofessorin für Digitale Medizin und Interoperabilität an der Charité in Berlin, sieht in den kompakten Uhren bedeutende Chancen.

rbb: Frau Thun, die Nutzung von Smartwatches nimmt stetig zu, um Gesundheitsdaten zu erfassen. Welche aktuellen Funktionen bieten diese Geräte?

Sylvia Thun: Das ist in der Tat bemerkenswert. Die Geräte entwickeln sich kontinuierlich weiter und bieten immer mehr Funktionen. Wir können Schritte zählen, die Herzfrequenz, Schlafdaten, die Sauerstoffsättigung und neuerdings auch den Blutdruck messen.

rbb: Für wen ist die Erfassung solcher Daten im Alltag sinnvoll?

Thun: Smartwatches stellen ein wertvolles Werkzeug für jeden dar. Sie ermöglichen mir, meine Werte zu überwachen und meine Aktivitäten zu steigern. Das gilt sowohl im Alltag als auch beim Sport. Beispielsweise kann man die Smartwatch mit dem Fitnessstudio verknüpfen und die Systeme zur Trainingsoptimierung nutzen.

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Wir sind uns nicht immer ganz sicher, ob das, was gemessen wird, auch tatsächlich der Realität entspricht.

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Sylvia Thun

rbb: Welche Einschränkungen haben diese Geräte zudem?

Thun: Sie sind zunächst keine Medizinprodukte und folglich nicht zertifiziert. Das bedeutet, wir können nicht immer sicher sein, ob die Messungen tatsächlich der Realität entsprechen. Hier müssen wir abwarten. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass Smartwatches in Zukunft auch als Medizinprodukte anerkannt werden, die präzise Daten liefern können.

rbb: Sehen Sie auch Risiken in der alltäglichen Nutzung von Smartwatches aufgrund der derzeit noch ungenauen Daten?

Thun: Das ist unproblematisch, solange ich mir dessen bewusst bin. Verlasse ich mich ausschließlich auf meine Uhr, und zeigt das EKG ein besorgniserregendes Ergebnis an, obwohl ich eigentlich gesund bin, kann es dazu führen, dass ich unnötig ins Krankenhaus gehe. Falsch-positive Ergebnisse stellen ein Risiko dar, während noch gravierender falsche negative Ergebnisse sind. Beispielsweise könnte die Uhr einen niedrigeren Blutdruck anzeigen, als ich tatsächlich habe, was mich in die Irre führen könnte. Jedoch sind die Geräte im Alltag meist relativ genau. Dennoch empfehle ich, zur Kontrolle ein Blutdruckgerät zu besitzen, sollte es Abweichungen geben.

rbb: Es gibt zahlreiche Berichte, dass Smartwatches als Lebensretter fungieren können. Sind sie tatsächlich hilfreich bei der Erkennung und Vorbeugung von Krankheiten?

Thun: Ja, beispielsweise bei einem Sturz. Wenn man im Winter ausrutscht und eine Smartwatch mit Sturzerkennung trägt, werden Nachbarn oder Familienmitglieder alarmiert und können die genaue Position sehen, um schnell Hilfe zu leisten. Ein solches Erlebnis habe ich selbst schon gehabt.

rbb: Die technologische Entwicklung von Smartwatches schreitet zügig voran. Welche Zukunftsperspektiven sehen Sie für diese Geräte?

Thun: Die Perspektiven sind äußerst vielversprechend. Die Sensoren verbessern sich stetig und werden meiner Meinung nach zukünftig auch in der EU zertifiziert. In den USA sind einige neue Technologien bereits zertifiziert, aber nicht in der EU. Dies stellt den nächsten Schritt dar. Zudem werden die KI-Algorithmen, die in diesen Smartwatches verwendet werden, immer leistungsfähiger.

rbb: Gibt es Aspekte, die die Uhren Ihrer Meinung nach niemals leisten können?

Thun: Ein Punkt wäre, dass sie kein vollständiges Bild eines Menschen über die Vitalzeichen hinaus liefern können. Auch weitere Faktoren wie Laborwerte, das persönliche Befinden und genetische Aspekte spielen eine Rolle. Dennoch glaube ich, dass Smartwatches in der Lage sein werden, dies in naher Zukunft zu leisten. Der Weg ist bereits durch die elektronische Patientenakte geebnet, wodurch die Daten zusammengeführt und ausgewertet werden können, um gesundheitsfördernde Empfehlungen abzugeben.

rbb: Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Lukas Witte. Es wurde für die Online-Fassung redigiert.

Sendung: rbb|24, 25.12.2025, 8:00 Uhr

Bildquelle: ai-generated

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