Umstrittene Reisepläne von FIFA-Präsident Infantino
Die Entscheidung von FIFA-Präsident Gianni Infantino, während der Fußball-Weltmeisterschaft täglich zwei Spiele zu besuchen, sorgt für erhebliche Kontroversen. Umweltschützer äußern scharfe Kritik an seinem Vorhaben, das durch die Nutzung eines Privatjets, bereitgestellt von Qatar Airways, ermöglicht wird.
Umweltschützer reagieren scharf
Die Umweltorganisation Greenpeace hat Infantino für seine Pläne verurteilt. John Hocevar von Greenpeace USA erklärte:
„Dass Funktionäre täglich in extrem klimaschädlichen Privatjets fliegen, vermittelt nicht gerade den Eindruck, dass die FIFA die Ursachen des Klimawandels oder ihre eigene Verantwortung, Teil der Lösung zu sein, erkannt hat.“
Logistische Herausforderungen bei der WM
Berichten zufolge plant Infantino, bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, die insgesamt 104 Spiele umfasst, täglich zwei Begegnungen zu verfolgen. Dies erfordert das Überwinden großer Distanzen, da die Stadien bis zu 4500 Kilometer voneinander entfernt sind.
Hohe Umweltbelastung prognostiziert
Das New Weather Institute hat diese WM bereits als „die Veranstaltung mit der höchsten Umweltbelastung jemals“ bezeichnet. Schätzungen zufolge wird die Veranstaltung rund 9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent verursachen, wobei der Flugverkehr für etwa 7,7 Millionen Tonnen dieses Ausstoßes verantwortlich ist. Dies übersteigt den Durchschnitt der Weltmeisterschaften von 2010 bis 2022 um mehr als das Vierfache.
Vergleich zur WM in Katar
Bei der letzten Weltmeisterschaft in Katar war Infantino bei allen 64 Spielen anwesend, wobei die größte Entfernung zwischen den Stadien lediglich rund 75 Kilometer betrug. Im Gegensatz dazu erfordert die aktuelle WM in drei Ländern eine deutlich höhere Mobilität.
FIFA verteidigt Reisepraktiken
In einer Stellungnahme an die Medien erklärte die FIFA:
„Wie wir stets betont haben, hat die FIFA Regeln aufgestellt, die den Rahmen für Flüge und Reisen aller FIFA-Funktionäre festlegen.“
Der Weltverband fügte hinzu, dass der Präsident regelmäßig mit zuständigen Funktionären reist und bestrebt ist, die FIFA-Mitgliedsverbände zu besuchen, wann immer es möglich ist.
Reiseoptionen der FIFA
Die FIFA betonte, dass die Reisen nicht ausschließlich mit Privatjets, sondern auch mit regulären Linienflügen erfolgen, je nachdem, welche Option effizienter und kostengünstiger ist.
„Die FIFA kommt für die Reisekosten auf,“
hieß es in der Erklärung.
Quellen: n-tv