Die Hertha-Stars verabschiedeten sich mit einem enttäuschenden 1:1 gegen Bielefeld in die Winterpause. Foto: Burmann/City-Press
Die Hinrunde von Hertha BSC erwies sich als eine Achterbahnfahrt.
Nach einem katastrophalen Beginn folgte eine beeindruckende Serie von Siegen, bevor dem Hauptstadt-Klub am Ende der ersten Saisonhälfte die Kräfte ausgingen. Das Entscheidende: Der Traum vom Aufstieg ist weiterhin lebendig! Mit nur fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 3 bleibt alles möglich, vor allem dank dreier Spieler, die in der Hinrunde überzeugten und auch in der Rückrunde eine Schlüsselrolle übernehmen müssen.
Luca Schuler – unterm Radar
Herthas Stürmer Luca Schuler (26) hat sich als heimlicher Gewinner der Hinrunde etabliert.
Er setzte sich gegen Sebastian Grönning (28) durch und als der Neuzugang Dawid Kownacki (28) nach seiner Verletzung zurückkehrte, wusste Schuler auch diesen sofort aus der Startelf zu verdrängen. Bemerkenswert ist, dass Schuler in sämtlichen Pflichtspielen nur etwa 30 Prozent der möglichen Einsatzzeit erhielt, jedoch trotzdem sieben Tore erzielte – womit er der beste Torschütze von Hertha in der Hinrunde ist. Dies, obwohl er aufgrund einer Hüftverletzung auf die Sommervorbereitung verzichten musste. Vor Saisonbeginn galt er noch als dritter Angreifer und Wechselkandidat; in der Hinrunde stellte er sich über die Konkurrenz hinweg.
Tjark Ernst – der Rückhalt
Herthas Nummer eins präsentiert sich in der besten Form seiner bisherigen Karriere und ist der Hauptgrund dafür, dass die Berliner weiterhin vom Aufstieg träumen dürfen. In der Liga blieb er 553 Minuten ohne Gegentor. Im Pokal wäre ohne seine herausragenden Paraden in der ersten Runde gegen Münster (5:3 n.E.) das Ausscheiden besiegelt gewesen.
Trainer Stefan Leitl (48) stellte früh klar: „Tjark spielt, solange er nicht gesperrt oder verletzt ist.“ Dieses Vertrauen übersetzte Ernst in exzellente Leistungen. Der 22-Jährige übernimmt auch die Verantwortung als Sprachrohr der Mannschaft und äußert sich nach bitteren Niederlagen mit klaren Analysen und berechtigter Kritik an den Leistungen der Mannschaft. Klar ist: Ernst ist der Profi von Hertha in der Hinrunde und nach 17 Spielen der beste Torwart der 2. Liga.
Kennet Eichhorn – der Senkrechtstarter
Vom Talent zum Leistungsträger in erstaunlich kurzer Zeit!
Für Herthas Wunderkind Kennet Eichhorn (16) war der Einstieg in die 2. Liga rasch abgeschlossen. Nach zwei Joker-Einsätzen zu Beginn der Saison fand er ab dem 5. Spieltag im Mittelfeld seinen Platz. Leitl bemerkte: „Kenny ist ein unfassbares Talent. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass seine Entwicklung so schnell voranschreitet. Er wird von Spiel zu Spiel besser.“ Der Teenager wird von zahlreichen europäischen Top-Clubs ins Visier genommen und ist mit einem Marktwert von 20 Mio. Euro der wertvollste Spieler der 2. Liga aller Zeiten.
Obwohl er eine steile Karriere hinlegt, bleibt Kenny sowohl auf als auch abseits des Platzes gelassen und hat kürzlich seine Verbundenheit zu Hertha bekräftigt.
Fazit: Die turbulente Hinrunde von Hertha brachte drei herausragende Spieler hervor. Doch reicht dies aus, um den Aufstieg zu schaffen? Im umfangreichen Kader müssen weitere Spieler nun ebenfalls herausragende Leistungen zeigen, um Hertha zurück in die Bundesliga zu führen.