Herthas Paul Seguin, Fabian Reese und Tjark Ernst zeigten sich nach dem Spiel gegen Arminia Bielefeld niedergeschlagen. Foto: Burmann/City-Press
Berlin – Eigentlich schien bei Hertha alles für ein besinnliches Weihnachtsfest vorbereitet zu sein.
Mit seinem ersten Tor im Berliner Trikot hatte Paul Seguin bereits das Geschenk unter den Baum gelegt. Doch kurz vor der Bescherung trat der „Grinch“ auf den Plan – und dieser trug in diesem Fall Schwarz.
Der Spielverderber war Schiedsrichter Jarno Wienefeld, der einen Rempler von Toni Leistner kurz vor Schluss als Notbremse wertete – Rot! Diese Entscheidung sorgte bei Hertha für blankes Entsetzen und überraschte viele.
Es kam noch schlimmer: In der sechsten Minute der Nachspielzeit kassierten die Berliner den Ausgleich zum 1:1.
Torhüter Tjark Ernst äußerte seine „Wut im Bauch“. Sportdirektor Benjamin Weber beschwerte sich über „zwei gestohlene Punkte“, während Trainer Stefan Leitl empört war und fragte: „Ob man das Regelwerk richtig kennt?“ Für ihn war es ein kleines Foul, das weit vom Tor entfernt war.
Rückblick auf die Hinrunde
Die Hinrunde von Hertha gleicht einer Achterbahnfahrt. Nach einem misslungenen Start folgten eine Siegesserie und Aufstiegsträume, bevor zum Jahresende zwei Remis und eine Niederlage die Stimmung trübten.
Ernst war der Erste, der den Blick nach vorne richtete: „Wir geben Vollgas in der Rückrunde und greifen voll an!“ nach einer Phase, die von Höhen und Tiefen geprägt war.
Mit 28 Punkten verpasst Hertha die von Leitl proklamierte „magische Marke“ von 30 Punkten nur knapp und überwintert im oberen Mittelfeld.
Zukunftsausblick und Herausforderungen
Kapitän Fabian Reese äußerte sich nach dem Remis enttäuscht, aber auch optimistisch: „Wir haben ein System gefunden. Eine Art, wie wir Fußball spielen wollen.“
Noch auf dem Platz richtete er eine Botschaft an die Fans: „Ich wünsche einen guten Rutsch – und mit der Wunschrakete den Traum vom nächsten Sommer hinbekommen.“
Am 2. Januar geht es für Hertha wieder zum Trainingsauftakt am Schenckendorffplatz, gefolgt von einem Trainingslager an der Algarve. Zum Rückrundenstart wartet bereits ein anspruchsvolles Programm: Schalke, Darmstadt, Karlsruhe und Elversberg.
Ein Fragezeichen steht hinter Niklas Kolbe. Der Verteidiger musste nach 15 Minuten gegen Bielefeld verletzt vom Platz. Leitls erste Diagnose: Wadenverletzung – mehrere Wochen Pause.
Hertha startet mit Wut, Hoffnung und einer offenen Rechnung ins neue Jahr.