Der 1. FC Union Berlin zeigt vor dem Ende des Kalenderjahres eine positive Formkurve. Mit 21 Punkten gehen die Eisernen gelassen in die Winterpause.
In Berlin feiert Union einen weiteren Sieg. Mit einem späten Treffer sichert sich die Mannschaft nicht nur den dritten Platz in der Liga, sondern überwintern auf Position acht. Bereits die Hälfte der angestrebten 40 Punkte ist erreicht, obwohl noch zwei Hinrundenspiele ausstehen: Eines gegen Mainz und das andere in Augsburg.
Späte Entscheidung durch Schäfer
Der letzte Erfolg in diesem Jahr kam durch Andras Schäfer, der in der 90.+2 Minute das entscheidende Tor erzielte. „Das war heute im Endeffekt ein glücklicher Sieg, aber die drei Punkte nehmen wir gerne mit. Morgen interessiert es keinen mehr, wie wir gespielt haben“, so Manager Horst Heldt (56) nach dem 1:0-Sieg beim 1. FC Köln. „Wir haben jetzt eine gute Ausgangsposition und können alle einmal durchatmen.“
Das entscheidende Tor fiel, typisch für Union, nach einer Ecke. Kein Team ist bei Standardsituationen so gefährlich, wie die Eisernen. Der eingewechselte Schäfer traf den Ball aus der Strafraumkante und beförderte ihn unhaltbar ins Netz. „Ich bin froh, dass er das Tor getroffen hat. Er hatte schon mehrere Abschlüsse, die das Fangnetz getroffen haben“, erklärte Trainer Steffen Baumgart (53) und fügte hinzu: „Schieß aufs Tor, dann kann es manchmal reingehen.“
Defensive als Grundlage
Bereits nach 66 Minuten hätte es klingeln können, doch die Kölner Defensive wurde durch eine Glanzparade von Marvin Schwäbe (30) gestoppt. Während der ersten Hälfte war Union hauptsächlich auf die Defensive fokussiert. Dies ist für viele Gegner eine Herausforderung, sich gegen das Bollwerk durchzusetzen.
Ein entscheidender Moment in der Partie war die Rote Karte gegen Kölns Rav van den Berg (21) in der 83. Minute, nachdem er den Ball mit der Hand stoppte. Da Livan Burcu (21) ansonsten durch gewesen wäre, schickte Schiedsrichter Christian Dingert (45) den Verteidiger vom Platz. Union setzte nun alles auf den Sieg und konnte erneut auf ihre Stärke bei Standards vertrauen.
Ausblick auf die Rückrunde
Die Frage bleibt, wo die Reise für Union hingeht. Nach zwei aufeinanderfolgenden Siegen steht die Mannschaft an Weihnachten im Tabellen-Mittelfeld besser da als zu Beginn der Saison. Die Europa-Zone ist rechnerisch näher als die Abstiegszone. Dennoch bleibt der Fokus auf den Klassenerhalt. Matchwinner Schäfer weiß um die Prioritäten: „Erstmal in der Liga bleiben und dann schauen wir weiter.“
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