„Jedes Pokalspiel ist ein Endspiel. Und so müssen wir das am Mittwoch angehen in Berlin.“ Diese Worte von Aleksandar Pavlovic fassen die bevorstehende Begegnung im DFB-Pokal-Achtelfinale zusammen. Der FC Bayern trifft in Berlin auf den 1. FC Union Berlin, ein Spiel, das die Münchner als Möglichkeit zur Revanche betrachten.
Schwächen bei ruhenden Bällen festgestellt
Die 1:3-Niederlage gegen Arsenal, der knappe Sieg gegen St. Pauli und der erste Punktverlust in der Liga gegen denselben Gegner, Union Berlin, haben dem deutschen Rekordmeister erste Schwächen aufgezeigt. Trainer Vincent Kompany wird diese Aspekte, insbesondere die Verteidigung von Standardsituationen, detailliert analysieren müssen.
Die Statistiken sind hierbei eindeutig: Sechs der neun Gegentore in der Bundesliga resultierten aus ruhenden Bällen. Genau hier setzen die Eisernen, angeführt von Trainer Steffen Baumgart, ihre primäre Strategie an, um den FCB zu fordern.
Union Berlins Stärke bei Standards
Die Mannschaft aus Köpenick hat in der laufenden Ligasaison bereits vier Treffer nach Standards erzielt, ein Wert, der sie gemeinsam mit der TSG Hoffenheim an die Spitze der Liga setzt. Diese Effizienz bewies Union Berlin bereits vor drei Wochen, als sie dem Rekordmeister mit zwei Standardtoren eine mögliche Niederlage zufügten. Innenverteidiger Danilo Doekhi, bekannt für seine Stärke bei Freistößen und Eckbällen, erzielte damals beide Treffer.
Trainer Kompany zeigte sich am Dienstag warnend: „Es ist ein K.o.-Spiel gegen eine körperlich große Mannschaft. Union hofft, dass sie den Moment haben werden.“ Er betonte die Notwendigkeit individueller Stärke: „Individuell müssen wir in diesen Situationen stärker stehen. Wenn der Ball reinkommt und es Chaos gibt, musst du den Ball rausköpfen.“
Fokus auf Konzentration und Effizienz
Aus dem vorherigen Ligaspiel ergeben sich klare Lehren für die Bayern: Es gilt, unnötige Fouls und Eckbälle zu vermeiden, sich auf ein intensiv geführtes Spiel einzustellen und die eigenen Torchancen konsequent zu nutzen, da Union in der Regel nur wenige zulässt. Sportdirektor Christoph Freund merkte an: „Es ist ein anderes Spiel.“
Sportvorstand Max Eberl ergänzte: „Nach dem letzten Spiel muss Vinnie nicht mehr den Finger heben und warnen, was da auf uns zukommen wird.“ Die Konzentration muss daher vollumfänglich sein, wie auch Aleksandar Pavlovic unterstrich.
Das Ziel Olympiastadion
Die Aussicht auf das erste Pokal-Endspiel im Berliner Olympiastadion seit 2019 ist ein großer Ansporn. Kompany äußerte sich dazu: „Ich möchte natürlich wieder nach Berlin nach dem Spiel, ganz klar. Man kann immer sagen, man will alles gewinnen – aber es gehört Arbeit und Einstellung dazu.“ Er fügte hinzu: „Wenn wir zeigen, wie hungrig wir auf das Finale sind, dann haben wir gute Chancen.“
Der Coach stellt sich auf einen intensiven Wettbewerb ein: „Wir wollen eine gute Leistung bringen und siegen. Wir sind auf alles vorbereitet, auf 90 Minuten oder 30 weitere.“ Den Druck bewertet er als positiv. Während Alphonso Davies und Jamal Musiala für das Pokalduell ausfallen, ist der restliche Kader einsatzbereit. Kompany bestätigte: „Es sind keine großen Geschichten.“
Herausforderung für Union Berlin
Auch für die Köpenicker steht viel auf dem Spiel. Die Baumgart-Elf verlor ihre Generalprobe in der Liga gegen Heidenheim unglücklich mit 1:2, wobei beide Gegentreffer in der Nachspielzeit fielen. Dieses Ergebnis verhinderte einen Sprung in der Tabelle, und Union verbleibt vorerst auf Platz elf.
Ein Erfolg gegen den FC Bayern oder ein Weiterkommen im Pokalwettbewerb könnte als wichtiger Stimmungsaufheller dienen. Shootingstar Tom Bischof erwartet ein hitziges Aufeinandertreffen in der Alten Försterei: „Im Pokal ist es immer ekelhaft zu spielen.“
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